Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Der Schweizer Wohnungsmarkt gibt heute mal wieder zu reden. Oder eher, wer hier überhaupt mitmischen darf. Um die Lage auf dem Markt zu entspannen, möchte der Bundesrat den Wohnungskauf für Personen im Ausland erschweren.
Welche Massnahmen er dafür geplant hat, lesen Sie in diesem Briefing.
Gute Lektüre!
Die Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt ist angespannt. Deswegen hat der Bundesrat heute die Vernehmlassung zur Revision der sogenannten Lex Koller eröffnet.
Konkret sollen Bürger:innen von Staaten ausserhalb der EU und der Efta für den Kauf einer Wohnung in der Schweiz künftig eine Bewilligung einholen müssen. Ziehen sie weg, sollen sie ihre Immobilie innert zwei Jahren wieder verkaufen.
Strengere Regeln sollen zudem für Personen im Ausland gelten, die Geschäftsimmobilien erwerben wollen. Zulässig bleibt der Erwerb für den Eigenbedarf, reine Kapitalanlagen etwa zur Vermietung sollen jedoch verboten werden.
Um den Kauf von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland einzuschränken, will der Bundesrat die kantonalen Bewilligungskontingente reduzieren. Zudem soll es Personen im Ausland grundsätzlich untersagt werden, börsenkotierte Anteile an Wohnimmobiliengesellschaften und regelmässig auf dem Markt gehandelte Anteile an Immobilienfonds zu erwerben.
Neben der Lex Koller hat sich der Bundesrat heute erneut mit dem Budget 27 auseinandergesetzt. In einer Mitteilung schreibt die Regierung, das vom Parlament verabschiedete Entlastungspaket 27 reiche nicht aus, um das Defizit im Haushalt 2027 auszugleichen.
Konkret bleibe ein strukturelles Defizit von rund 600 Millionen Franken, weswegen der Bundesrat neue Massnahmen beschlossen hat. Darunter unter anderem eine Umverteilung der Mittel zwischen der nationalen Forschungs- und Innovationsförderung und den Forschungsrahmenprogrammen der EU.
«Ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon»: Dies ist die Forderung einer gemeinsamen Mitteilung von zehn Staaten – darunter auch die Schweiz.
Die Aufforderung folgt auf ein erstes Treffen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern in Washington, die zur Aufnahme direkter Verhandlungen der Kriegsparteien führen soll. Die unterzeichnenden Länder seien «zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon», heisst es in der Stellungnahme.
Die zehn Länder fordern eine «Achtung des humanitären Völkerrechts», um die Menschenwürde zu wahren, Schäden für die Zivilbevölkerung gering zu halten und humanitäre Hilfe zuzulassen. «Wir verurteilen aufs Schärfste Handlungen, die zum Tod von UNO-Friedenstruppen geführt und die Risiken für humanitäres Personal im Südlibanon erheblich erhöht haben», heisst es in der Stellungnahme.
Besitzen Sie Töpfe des Pfannenherstellers Kuhn Rikon? Haben Sie diese in der Schweiz gekauft, tragen sie wahrscheinlich das Label «Swiss Made», ansonsten wohl «Made in China».
Aber von vorne. Dieses Jahr feiert Kuhn Rikon sein 100-Jahr-Jubiläum, weshalb der Tages-Anzeiger die Produktionshalle des Pfannenherstellers im Zürcher Tösstal besuchte. «Wir machen hier noch viel von Hand. In anderen Fabriken ist viel mehr automatisiert», sagt Produktionsleiter Javier Castilla gegenüber der Zeitung.
So erinnern manche Arbeitsschritte an die lange Tradition der Fabrik: «Ein älterer Arbeiter in blauem Overall klopft mit einem Metallstab auf die Unterseite jedes Topfes. Am Klang erkennt er, ob der Boden korrekt verlötet wurde», beobachtet der Tages-Anzeiger.
Kuhn Rikon beschäftigt weltweit 270 Mitarbeitende, rund 40 Personen arbeiten in der Produktion im Werk im Tösstal. Am Schweizer Standort will der Pfannenhersteller auch weiterhin festhalten. Rund 30% seiner Produkte werden hierzulande gefertigt, 10% anderswo in Europa, 60% in China. Dazu sagt CEO Tobias Gerfin: «Produkte aus Europa sind oft teurer und ihre Qualität reicht nicht ganz an die chinesische heran.» Das Label «Made in China» stehe heute für Topqualität.
Dank der günstigeren Pfannen aus China könne an der teuren heimischen Produktion festgehalten werden. Diese beliefert vor allem den Schweizer Markt, wo Kuhn Rikon 45% seines Umsatzes erzielt. «Schweizer Kunden kaufen gerne Schweizer Marken», sagt Firmenchef Gerfin. Rund zwei Drittel der in der Schweiz verkauften Produkte tragen deshalb das Label «Swiss Made».
Aber auch für den Schweizer Markt sei man auf die günstige Produktion aus dem Ausland angewiesen. «Unsere Firma wäre auf dem Schweizer Markt ohne dieses hybride Modell wahrscheinlich halb so gross», sagt Gerfin.
Mehr verdienen als eine Bundesrätin? Der KI-Konzern Anthropic, Entwickler des Sprachmodells Claude, baut seinen Standort in Zürich aus und sucht dafür Fachkräfte – es lockt ein Jahresgehalt zwischen 280’000 und 680’000 Franken.
Ein Lohn, der über dem Branchenschnitt für KI-Entwickler:innen in der Schweiz liegt. Gemäss einer Auswertung der Stellenplattform Swissdevjobs.ch beträgt der durchschnittliche Jahreslohn für KI-Ingenieur:innen hierzulande 113’600 Franken.
Allerdings seien die oberen Bereiche der von Anthropic angebotenen Lohnspanne nur für absolute Spitzenkräfte erreichbar, wie Gregory Tomasik von Swissdevjobs.ch gegenüber dem Tages-Anzeiger sagt. Damit verbunden seien hohe Erwartungen an Leistung und Engagement. Also keine «nine-to-five»-Anstellung.
Das von Anthropic ausgeschriebene Jahresgehalt reiht sich in die globale Marktsituation: Auch in den USA versuchen grosse Techfirmen, Top-Talente mit teils extremen Vergütungspaketen abzuwerben.
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