Navigation

TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 06. November 2009 - 18:20 publiziert

Bern (awp/sda) - Freitag, 6. November 2009
4 PROZENT ERREICHT: Die Rezession hinterlässt immer tiefere Spuren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Ende Oktober waren über 158'000 Menschen ohne Job. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,9 auf 4,0 Prozent. 2010 dürfte die Arbeitslosigkeit noch einmal um 1 Prozentpunkt zunehmen. Besonders betroffen von der steigenden Arbeitslosigkeit sind Ausländerinnen und Ausländer: Allein im Oktober verloren 3053 Ausländer ihre Stelle - über vier Fünftel jener Personen, die sich arbeitslos meldeten, hatten einen ausländischen Pass. Die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe stieg um 0,3 Punkte auf 7,6 Prozent. Bei Schweizern blieb die Quote unverändert bei 2,9 Prozent.
ABGESCHWÄCHTE PLEITEWELLE: Im Oktober hat sich die Zunahme der Firmenkonkurse wie bereits im September etwas vermindert. Dies geht aus der monatlichen Studie des Beratungsunternehmens Dun&Bradstreet (D&B) hervor. Weiterhin am stärksten betroffen waren im Oktober die von der Export- und Finanzindustrie geprägten Kantone Nidwalden, Zug und Glarus. Am anderen Ende der Skala finden sich die Kantone Neuenburg, Luzern, Thurgau und Jura, deren lokales Gewerbe weiterhin stabil blieb. Die Gesamtzunahme während der ersten zehn Monate von 23,4 Prozent bleibt aber nach wie vor rekordverdächtig. Mit 4101 Firmenpleiten zwischen Januar und Oktober 2009 waren in dem Zeitraum bereits mehr Konkurse zu verzeichnen als im gesamten 2008.
SUNRISE MELDET TRENDWENDE: Der jahrelange Schrumpfkurs von Sunrise ist offenbar zu Ende. Der zweitgrösste Telekomanbieter der Schweiz hat in den ersten neun Monaten deutlich mehr umgesetzt und verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 7,9 Prozent auf 1,487 Mrd. Franken, wie die Tochter des dänischen Telekomkonzerns TDC bekannt gab. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) legte um 11,9 Prozent auf 368 Mio. Fr. zu. Die Betriebsgewinnmarge habe sich von 23,9 auf 24,8 Prozent verbessert. Unter dem Strich verdiente Sunrise 111 Mio. Franken. Das sind 0,9 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Grund sei, dass Sunrise in diesem Jahr erstmals Gewinnsteuern bezahlen müsse, nachdem die Verlustvorträge aus den früheren Perioden bis 2008 aufgebraucht seien. Für Schub sorgte auch die Übernahme von Konkurrentin Tele2 im vergangenen Jahr. Wieviel dies zum Ergebnis beitrug, gab Sunrise nicht bekannt.
ALPIQ UNTER DRUCK: Niedrigere Volumen und tiefere Preise im Handel und Vertrieb von Strom haben den Umsatz des Energiekonzerns Alpiq in den ersten neun Monaten 2009 geschmälert: Die Einnahmen gingen um 10,2 Prozent auf 10,7 Mrd. Franken zurück. Der Gewinn wurde um 3,9 Prozent auf 496 Mio. Fr. reduziert. Die Leistung der Kraftwerke und der Stromhandel hätten zum guten Ergebnis beigetragen, berichtete der Konzern, der nach eigenen Angaben einen Drittel der Schweizer Stromversorgung sicherstellt. Das Segment Energieservice erfreue sich weiter einer guten Auftragslage. Allerdings sei wegen der angespannten Konjunktursituation der Druck auf die Margen grösser geworden, schreibt das in 26 Ländern tätige Unternehmen.
STELLENABBAU: Der St. Galler Maschinen-Hersteller StarragHeckert greift wegen des schwachen Auftragseinganges zu Sparmassnahmen. Der Konzert kündigte an, 140 Stellen zu streichen. Dies entspricht einem Fünftel der weltweit knapp 800 Arbeitsplätze. Am härtesten trifft es den ostdeutschen Standort Chemnitz, wo 100 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Kapazitätsanpassung soll so weit als möglich mit natürlicher Fluktuation erreicht werden. 40 weitere Stellen werden an den übrigen Standorten abgebaut. StarragHeckert verfügt neben Chemnitz über Produktionsstandorte in Rorschacherberg SG, Genf und Haddenham (Grossbritannien). Der Auftragseingang der Gruppe brach in den ersten neun Monaten 2009 währungsbereinigt um 46 Prozent auf 154 Mio. Fr. ein. StarragHeckert rechnet damit, dass das Auftragsvolumen des Jahres 2008 auf längere Zeit nicht mehr erreicht wird. Der Umsatzerlös sank um rund 10 Prozent auf 199,2 Mio. Franken. Der Reingewinn sackte um 40 Prozent auf 11,3 Mio. Franken ab.
KONKURS STEHT BEVOR: Nach der gescheiterten Rettung von Quelle muss auch die österreichische Tochter des deutschen Versandhändlers Konkurs anmelden. Die 1100 Mitarbeiter der österreichischen Tochter werden wahrscheinlich ihre Jobs verlieren. Laut Quelle-Österreich-Chef Wolfgang Binder ist der Konkursantrag bis nächsten Donnerstag fällig, sollte sich nicht doch noch ein Investor melden. Besser sieht es offenbar für die Schweizer Niederlassung von Quelle in St. Gallen mit ihren 140 Mitarbeitenden aus. "Im Gegensatz zu Quelle Österreich steht Quelle Schweiz finanziell viel besser da", sagte Karin Müller, Sprecherin von Quelle Schweiz der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage. "Das Geschäft läuft zurzeit ausgezeichnet." Mehrere Investoren hätten Interesse an Quelle Schweiz und seien mit dem deutschen Insolvenzverwalter in Verhandlung. "Wir sehen dem Ausgang der Gespräche mit Zuversicht entgegen", sagte Müller.
US-ARBEITSMARKT ENTTÄUSCHT: Die schärfste Rezession seit 70 Jahren hat die Arbeitslosenquote in den USA erstmals seit 1983 über die Marke von 10 Prozent getrieben. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, fielen im Oktober 190'000 Jobs weg, 15'000 mehr als von Experten erwartet. Seit Beginn der Rezession vor knapp zwei Jahren sind damit 7,3 Millionen Jobs verloren gegangen. Die Arbeitslosenquote erreichte 10,2 Prozent, nach 9,8 Prozent im September. Der Stellenabbau hat allerdings an Schärfe verloren: Zum Höhepunkt der Krise im Januar war etwa fast eine dreiviertel Million Arbeitsplätze verloren gegangen, im September waren es noch 219'000. Dennoch reagierten die Finanzmärkte enttäuscht.
WECHSEL ERWARTET: Nach der überraschenden Absage des Opel-Verkaufs an den kanadisch-österreichischen Zuliferer Magna erhält das in Zürich angesiedelte Europageschäft von General Motors (GM) einen neuen Chef. Carl-Peter Forster verlässt den Konzern, wie mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf GM-Kreise berichteten. Der 55 Jahre alte Manager hatte sich vehement für einen Einstieg des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna bei Opel ausgesprochen und die Absage von GM an den Investor ungewöhnlich scharf kritisiert. Der Autobauer hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt angekündigt, ein neues Führungsteam zusammenstellen zu wollen. Zudem sollen 10'000 von 50'000 Stellen gestrichen werden.
GEWINNPROGNOSE ANGEHOBEN: Die weltgrösste Kaffeehauskette Starbucks sieht sich nach harten Einschnitten im Aufwind. Zurück in den schwarzen Zahlen hat der US-Konzern seine Gewinnprognose für das neue Geschäftsjahr angehoben. Das Geschäft bessere sich weltweit auf breiter Basis, sagte Starbucks-Chef Howard Schultz. Die Zahl der Filialen soll langsam steigen, nachdem sie der Kaffeehaus-Riese in der Krise erstmals zurückgefahren hatte. Mit der Schliessung von Filialen und massivem Stellenabbau schaffte Starbucks zuletzt einen Quartalsüberschuss von 150 Mio. Dollar. Ein Jahr zuvor war noch ein Minus von 5,4 Mio. Dollar angefallen. Der Starbucks-Umsatz fiel allerdings im Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal nochmals um knapp vier Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar.
DRASTISCHER STELLENABBAU: British Airways (BA) ist im ersten Halbjahr in die roten Zahlen geflogen. Die Airline häufte einen Vorsteuerverlust von 292 Mio. Pfund (491,4 Mio. Fr.) an. Die Gesellschaft baut nun 4900 Stellen ab, 1200 mehr als bisher angekündigt. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres sank der Umsatz der britischen Fluggesellschaft im Vergleich zur Vorjahresperiode um 13,7 Prozent auf 4,1 Mrd. Pfund. Die Airline rutschte damit erstmals in einem ersten Geschäftshalbjahr in die roten Zahlen. Ins erste Halbjahr fällt stets die umsatzstarke Ferienzeit. 2008 hatte BA in dieser Zeit noch einen Gewinn von 52 Mio. Pfund erwirtschaftet.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?