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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Bern (awp/sda) – Dienstag, 5. Januar 2010
ZUKAUF: Nestlé übernimmt das Tiefkühlpizza-Geschäft von Kraft Foods in den USA und Kanada. Der Preis beträgt 3,7 Mrd. Dollar in bar. Der Konzern mit Sitz in Vevey wird durch die Übernahme Weltmarktführer beim rasch wachsenden Geschäft mit Tiefkühlpizzen. Der Umsatz von Nestlé in dieser Sparte erreiche neu rund 3 Mrd. Franken. Die USA sind laut den Angaben der weltweit grösste Markt für Pizzen mit einem Umsatz von rund 37 Mrd. Dollar. Die Übernahme muss von den US-amerikanischen und kanadischen Behörden genehmigt werden. Nestlé erwartet den Abschluss noch in diesem Jahr. Zugleich meldet sich der Westschweizer Nahrungsmittelkonzern aber aus dem Rennen um den britischen Getränke- und Süsswarenhersteller Cadbury ab. Der US-Lebensmittelriese Kraft Foods hat für Cadbury ein milliardenschweres Übernahmeangebot vorgelegt.
STEIGERUNG: Die Coop-Gruppe hat im vergangenen Jahr trotz Preisdrucks mehr Einnahmen verbuchen können. Der Umsatz stieg um 2,1 Prozent auf 18,7 Mrd. Franken. Der Detailhandelsumsatz (ohne Treibstoffe) nahm um 1,1 Prozent zu. Dieses Ergebnis ist gemäss dem Unternehmen umso erfreulicher, wenn man die Preisabschläge des Coop-Sortimentes um 3,7 Prozent berücksichtigte. 2008 war das Sortiment noch um 0,8 Prozent teurer geworden. Die Kundenfrequenz habe um rund 2 Prozent zugenommen. Auch dies sei angesichts steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Konsumentenstimmung erfreulich. In den Läden (Retail) erzielte Coop einen Kassenumsatz von 11,3 Mrd. Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 2,2 Prozent. Im Verlaufe des Geschäftsjahres 2009 seien bei rund 1600 Artikeln die Preise gesenkt worden.
REKORDUMSATZ: Coop und Migros haben 2009 über Internet erneut mehr Lebensmittel verkauft. Während die Migros-Tocher LeShop.ch ein Umsatzwachstum von 18 Prozent vermeldete, stiegen die Verkäufe bei Coop-at-home sogar um 22,4 Prozent. Marktführer im Online-Lebensmittelhandel bleibt aber die Migros, welche die bestellten Waren von der Post zur Kundschaft liefern lässt. Der Umsatz ihres LeShop.ch betrug 132 Mio. Franken. Der Internetladen Coop-at-home, der sich auf ein eigenes Distributionsnetz abstützt, setzte vergangenes Jahr rund 66 Mio. Franken um.
UMSATZEINBRUCH: An der Schweizer Börse SIX und an der Derivatebörse Scoach sind 2009 die Umsätze um 41,5 Prozent auf 1,13 Billionen Franken eingebrochen. Die Anzahl Abschlüsse reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf 34,8 Millionen. Am schlimmsten getroffen wurde das grösse Segment Aktienhandel. Einer der Gründe ist, dass die US-Bank Lehman Brothers nicht mehr existiert. Zugelegt haben indessen die Indizes, wie die am Dienstag vorgelegten definitiven Zahlen der Börse deutlich machen: So schob die Erholung der Märkte den Schwergewichte-Index SMI gegenüber Ende 2008 um 23 Prozent auf 6545,9 Punkte, während der breiter gefasste SPI mit 5626,4 Punkten gar um 23,2 Prozent zuzulegen vermochte.
ÜBERNAHME: Der weltgrösste Kosmetikhersteller L’Oréal übernimmt die US-Anbieter Maly’s Midwest und Marshall Salon Services, die zusammen 40’000 Coiffeurläden im Mittleren Westen der USA beliefern. Damit decke die amerikanische L’Oréal-Sparte SalonCentric jetzt 80 Prozent des Gebiets der USA ab. Maly’s und Marshall kommen gemeinsam auf 130 Mio. Dollar Umsatz.
ANSTIEG: Die Lebenshaltungskosten in den 16 Euro-Ländern sind im Dezember so stark gestiegen wie seit Februar nicht mehr. Die Konsumentenpreise lagen um 0,9 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Vormonat waren die Preise um 0,5 Prozent gestiegen. Experten erklären den Anstieg mit einem statistischen Effekt: So waren die Preise für Treibstoff und Heizöl im Dezember 2008 schlagartig gefallen. Im Jahresvergleich drückt das die Inflationsrate nun nach oben. Ein Fass US-Öl kostet derzeit fast 82 Dollar und damit deutlich mehr als vor einem Jahr.
ZUNAHME: Der starke Einsatz von Kurzarbeit hat Deutschland zum Jahresende 2009 zwar vor der befürchteten Jobkrise bewahrt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember dennoch um 60’000 auf 3,276 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf 7,8 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,4 Prozent gelegen. Im Jahresdurchschnitt ist die Arbeitslosenzahl gemäss der Bundesagentur für Arbeit (BA) um 155’000 auf 3,423 Millionen gestiegen. Dies führte zu einem Rekord-Defizit der BA. Zwischen Einnahmen und Ausgaben klaffte Ende des Jahres eine Lücke von 13,79 Mrd. Euro.
VERKAUFS-PLUS: In Deutschland sind im Jahr der Abwrackprämie so viele Autos verkauft worden wie seit 1992 nicht mehr. Insgesamt wurden 2009 rund 3,81 Mio. Neuwagen auf die Strasse gebracht. Das ist ein Plus von gut 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch bereits im Dezember bekam die Branche aber das Ende der Abwrackprämie erstmals zu spüren. Nach Monaten mit zweistelligen Zuwachsraten wurden erstmals wieder weniger neue Personenwagen verkauft. Die Neuzulassungen im Dezember sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent auf 215’400 Fahrzeuge.

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