Taucher finden antike Holzpfähle in der Aare bei Solothurn
Taucher haben in der Aare bei Solothurn Pfähle einer Holzbrücke aus dem vierten Jahrhundert entdeckt. Sie stiessen bei Tauchgängen anlässlich der Sanierung der Eisenbahnbrücke darauf. Die Hölzer bleiben im Wasser, wo sie am besten vor Zerfall geschützt sind.
(Keystone-SDA) Die Hölzer gehören wahrscheinlich zu einem Brückenpfeiler, einem sogenannten Pfahljoch, der den Oberbau mit der Fahrbahn trug, wie die Staatskanzlei Solothurn am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb. Die Taucher hätten Holzproben für eine Datierung vorgenommen.
Die Brücke sei Teil der antiken Fernstrasse, die von Italien über den Grossen St. Bernhard durch das westliche Mittelland und den Jura an den Rhein geführt habe. Vor Solothurn fanden sich gemäss Mitteilung Reste dieser Strasse zwischen Büren an der Aare BE und Nennigkofen SO.
«Es ist kein Zufall, dass die römische Strasse gerade bei Solothurn die Aare überbrückte: Die flussaufwärts stark gewundene Aare wird hier in ein enges Bett gezwungen – ein idealer Ort für einen Flussübergang», heisst es in der Mitteilung weiter.
Auch der antike Ortsname beziehe sich auf diese Topografie: Salodurum sei die lateinische Form eines keltischen Flurnamens, der soviel wie Flussenge oder Wogentor bedeute, heisst es. Archäologen und Archäologinnen sowie Historikerinnen und Historiker hätten hier deshalb seit langem einen Flussübergang aus der Römerzeit vermutet.
Weitere Tauchgänge geplant
Dass die Pfähle der spätrömischen Brücke nach rund 1700 Jahren noch immer im Aaregrund steckten, sei ein Glücksfall: Denn bei der Juragewässerkorrektion von 1969 wurde das Flussbett bei Solothurn grossflächig gesenkt. Im Schutz der Wengibrücke blieben dabei die Pfähle der spätrömischen Brücke stehen.
Die Taucher werden bei ihren kommenden Einsätzen den Aaregrund nach weiteren Pfählen der spätrömischen Brücke absuchen. Im Frühjahr 2025 starteten die Tauchgänge.