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Touristiker im Oberland wollen Gäste besser übers Jahr verteilen

Keystone-SDA

Die Gästeschar im östlichen Berner Oberland soll sich noch besser übers ganze Jahr verteilen. Mit dieser Massnahme wollen die Touristiker negative Auswirkungen der hohen Touristenzahlen auf die einheimische Bevölkerung mildern.

(Keystone-SDA) In den vergangenen Jahren sind die Touristenmassen im östlichen Berner Oberland zum Teil regelrecht angeschwollen. Bei den Einheimischen herrscht ob der vielen Touristen längst nicht mehr nur eitel Freude. Verstopfte Strassen, überlastete Infrastrukturen oder explodierende Miet- und Liegenschaftspreise sorgen in der Region auch für Frust.

Jungfrau Region Tourismus hat zusammen mit Schweiz Tourismus und dem Marktforscher Innofact eine Onlinebefragung zur Tourismusakzeptanz an alle Haushalte im Oberhasli und der Jungfrau Region verschickt. Die Gesamtregion mit Gemeinden wie Grindelwald, Lauterbrunnen, Wengen oder Hasliberg zählt etwa 15’000 Einwohnende.

1519 Personen beteiligten sich zwischen März und Mai 2026 an der Umfrage, wie Jungfrau Region Tourismus am Dienstag mitteilte. 60 Prozent stehen dem Tourismus in ihrer Region positiv gegenüber. 48 Prozent bewerten dessen Auswirkungen auf ihren Wohnort als eher oder überwiegend positiv.

Die Jungfrau Region liegt damit laut Mitteilung beim Anteil positiv eingestellter Einheimischer über dem schweizweiten Durchschnitt in den Bergregionen.

Überdurchschnittlich viel Kritik

Doch auch bei der kritischen Beurteilung der Auswirkungen liegen die Werte über dem landesweiten Durchschnitt. 87 Prozent der Befragten empfinden Infrastruktur und Verkehr als durch den Tourismus belastet. 84 Prozent sehen höhere Miet- und Immobilienpreise als Belastung für die einheimische Bevölkerung.

Weiter geht aus der Umfrage hervor, dass die hohe Touristenzahl nicht über das ganze Jahr als gleichermassen problematisch wahrgenommen wird.

Jungfrau Region Tourismus leitet daraus für sich ab, dass «die Strategie des Ganzjahrestourismus auch aus Sicht der einheimischen Bevölkerung richtig und prioritär bleibt – eine bessere Verteilung der Gäste über das Jahr sowohl im Interesse der Einheimischen wie auch der Gäste ist», wie Geschäftsführer Marc Ungerer in der Mitteilung zitiert wird.

87 Prozent der Befragten begrüssten ausdrücklich Massnahmen für ein respektvolles Miteinander von Einheimischen und Gästen. Zusammen mit Gemeinden und Bergbahnen sollen solche Massnahmen erarbeitet werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Nicht überall im östlichen Berner Oberland sind die kritischen Stimmen gleich laut: Am meisten Kritik kommt laut Umfrage aus dem Lauterbrunnental, wo ein knappe Mehrheit die Auswirkungen des Tourismus als negativ oder eher negativ einschätzt. Im Haslital sei die Gemütslage entspannter, heisst es in der Mitteilung.

In verschiedenen Gemeinden des östlichen Berner Oberlandes sind Regulierungen für Kurzzeitvermietungen wie etwa über die Plattform Airbnb ein Thema.

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