USA: Erste Schritte bei «Pilotzonen» im Südlibanon
In drei Ortschaften im Südlibanon haben erste Massnahmen zur Umsetzung einer zwischen Israel und dem Libanon vereinbarten Sicherheitsregelung begonnen.
(Keystone-SDA) Sogenannte Pilotzonen seien gemäss einem trilateralen Rahmenabkommen in den Orten Frun, Srifa und Sautar al-Gharbija etabliert worden, teilte das US-Aussenministerium mit. Die US-Regierung wolle weiterhin mit beiden Parteien zusammenarbeiten, um das Rahmenabkommen umzusetzen, hiess es weiter.
In den sogenannten Pilotzonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf weitere Gebiete ausgeweitet wird.
Aus Israel und dem Libanon gab es zunächst keine Bestätigung für den Schritt. Ein Sprecher der israelischen Regierung verwies an Israels Armee, die sich jedoch zunächst auf Anfrage nicht äusserte.
An diesem Dienstag wird Libanons Präsident Joseph Aoun zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus erwartet. Aoun hatte sich zuvor von dem Treffen einen Abzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon versprochen.
Israels vollständiger Rückzug nach Hisbollah-Entwaffnung
Beide Länder hatten sich Ende Juni nach jahrzehntelangem Kriegszustand auf einen Weg zu Frieden und Sicherheit geeinigt. Ein Rahmenabkommen verpflichtet Israel – anders als von der iranischen Führung und der libanesischen Hisbollah-Miliz gefordert – erst dann zum vollständigen Rückzug aus dem Südlibanon, wenn nichtstaatliche Gruppen wie die Hisbollah entwaffnet sind.
Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung allerdings ab. Die Miliz war nicht an den Verhandlungen beteiligt, die in dem Abkommen vorgesehene Entwaffnung weist sie strikt zurück.