Wachsender Drogenkonsum in der Schweiz

Joint während der Zugfahrt: Ein nicht unübliches Bild in der Schweiz. Keystone

Der Konsum von Cannabis, Amphetaminen und Kokain nimmt laut UNO-Büro gegen Drogen und Kriminalität in der Schweiz weiter zu.

Dieser Inhalt wurde am 04. März 2005 - 09:33 publiziert

Damit folgt die Schweiz dem europäischen Trend, was das Cannabis betrifft. Bei den Opiaten kenne die Schweiz einen "regen Markt".

Der Jahresbericht des UNO-Büros gegen Drogen und Kriminalität ist Anfang März in Wien veröffentlicht worden und stützt sich meist auf Angaben aus dem Jahr 2002. Er stellt europaweit eine Stabilisierung des Drogenkonsums fest.

In Spanien, Frankreich, Italien, der Schweiz und auf dem Balkan herrsche aber weiterhin "ein reger Markt mit Opiaten". Für die nahe Zukunft rechnet der Bericht mit einem weiteren Anstieg, da in Afghanistan die Produktion der Drogen wieder voll aufgenommen worden sei.

Rückläufige Zahl der Drogentoten

Dagegen sei die Zahl der Drogentoten stark rückläufig. In der Schweiz ist die Zahl laut dem Bericht von 205 Menschen im Jahr 2000 auf 150 im Jahr 2002 gesunken. 2003 war wieder ein Anstieg zu vermerken. Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sind landesweit 194 Drogentote gemeldet geworden.

Die Zahl der Aids-Erkrankungen durch Drogen ist laut dem UNO-Bericht rückläufig. Auf eine Million Einwohner kämen in der Schweiz sieben Aids-Erkrankungen, die auf Drogenkonsum zurückgingen.

Viele Kiffer

Der Bericht erwähnt auch den hohen Anteil von Cannabis-Konsumenten in der Schweiz. 44,5% der Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren hätten die Droge bereits versucht.

Einen Grund dafür sieht der Bericht darin, dass es in der Schweiz bis vor kurzem neben dem Schwarzmarkt rund 200 Läden gegeben habe, die Cannabis-Produkte "für Dekorationszwecke" angeboten hätten. Der Wirkstoff THC sei in manchen Produkten so hoch, dass diese auch geraucht werden könnten.

Der Bericht hält auch fest, dass der Nationalrat (grosse Parlamentskammer) den Antrag auf Entkriminalisierung von Cannabis im vergangenen Jahr abgelehnt hatte.

Das UNO-Büro unterstützt die Massnahmen der Schweiz gegen den illegalen Anbau von Cannabis ("Operation Indoor" im vergangenen Jahr). Dies habe zur Aufhebung von rund 60 Cannabis-Produktionsstätten und zur Schliessung von 70 Cannabis-Läden geführt.

Ausserdem seien rund 4,2 Tonnen Cannabis beschlagnahmt worden.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

2002 publizierte die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (sfa) eine Untersuchung.

Laut sfa konsumieren in der Schweiz mindestens 60'000 Personen Heroin und/oder Kokain. Die Hälfte davon ist süchtig.

Rund einer von zwei Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren hat bereits mindestens einmal Cannabis geraucht.

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Fakten

Laut dem UNO-Büro gegen Drogen und Kriminalität ist Cannabis in ganz Europa die verbreitetste illegale Droge.
Der Cannabis-Konsum befindet sich in ganz Europa in den letzten 10 Jahren im Wachstum.
Rund 28,8 Mio. Personen in Europa sollen 2002 laut dem UNO-Bericht Cannabis konsumiert haben.
Das Land mit der grössten Eigenproduktion sind die Niederlande.
Der grösste Produzent für den europäischen Konsum bleibt Marokko.

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