Eternit Schweiz entgeht Asbest-Prozess

Die Eternit (Schweiz) AG ist aus dem Verfahren gegen die Eternit S.p.A. (Italien) entlassen worden. Das Gericht von Turin sei dem Antrag des Schweizer Unternehmens vollumfänglich gefolgt, teilte die Firma mit.

Dieser Inhalt wurde am 18. Oktober 2010 - 13:16 publiziert
swissinfo.ch und Agenturen

Das Gericht habe damit dem Versuch verschiedener Zivilkläger eine klare Absage erteilt, die Eternit (Schweiz) AG für Vorgänge bei der Eternit S.p.A. (Italien) zivilrechtlich mitverantwortlich zu machen.

Das Unternehmen mit Sitz im glarnerischen Niederurnen legt Wert auf die Feststellung, dass Eternit (Schweiz) AG mit ihren Werken in Niederurnen und Payerne sei eine unabhängige Gesellschaft sei. Der angeklagte Schweizer Milliardär Stephan Schmidheiny habe nie eine Funktion bei der Eternit (Schweiz) AG inne gehabt und sei auch nie deren Aktionär gewesen, hiess es weiter.

Der Eternit-Prozess hatte am 10. Dezember 2009 begonnen. Schmidheiny und dem belgischen Baron Jean-Louis de Cartier wird wegen über 2800 asbestbedingter Krankheits- und Todesfälle der Prozess gemacht, die in Zusammenhang mit Tochterfirmen der Eternit S.p.A. (Italien) stehen.

Den beiden ehemaligen Mitbesitzern wird Unterlassung von Sicherheitsmassnahmen am Arbeitsplatz und vorsätzliche Verursachung eines schweren Unfalls zur Last gelegt. Der Prozess dauert mindestens bis Ende 2011. Den Angeklagten drohen Gefängnisstrafen zwischen drei und zwölf Jahren und hunderte Millionen Euro Entschädigungszahlungen.

Der Erfinder des Werkstoffes Asbestzement hatte seine Erfindung im Jahr 1900 als "Eternit" patentieren lassen. Er vergab pro Land eine Lizenz und verlangte von den Lizenznehmern, dass sie ihrem Unternehmen und den Produkten den Namen "Eternit" geben sowie einen einheitlichen Schriftzug verwenden. So entstanden weltweit zahlreichen Unternehmen, die unter dem Namen "Eternit" firmierten.

Im Lauf der Zeit wurden in Europa grössere Firmengruppen gebildet, zum Beispiel eine belgisch-französische und auch eine schweizerische Gruppe. Diese Schweizerische Eternit-Gruppe - ab Mitte der 1970er-Jahre mit Schmidheiny an der Spitze - hielt eine Beteiligung an der italienischen Eternit S.p.A., welche 1986 Konkurs ging. Die damalige Schweizerische Eternit-Gruppe hat mit der heutigen Eternit (Schweiz) AG nichts zu tun.

Schmidheiny initiierte 1976 den Ausstieg der Gruppe aus der Herstellung asbesthaltiger Produkte. Die Werke in Niederurnen und Payerne begannen 1980 mit der Herstellung asbestfreier Eternit-Produkte. Die Eternit (Schweiz) AG übernahm in den 1990er Jahren die beiden Standorte.

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