Ein Jahr nach «Lothar»: Sturmfolgen bewältigt
Die Aufräumarbeiten nach dem Sturm "Lothar" sind weit fortgeschritten, die Subventionen für Waldbesitzer gewährleistet. Der Holzmarkt hat keinen dramatischen Preiszerfall erlitten. Dies ist die Bilanz des BUWAL und der Forschungsanstalt WSL.
Am 26. Dezember hat der Sturm «Lothar» in der Schweiz grossen Schaden angerichtet. Er hat auf einer Schadenfläche von 46’000 Hektaren über 10 Mio. Bäume gebrochen oder gelegt. Die Gesamtsumme des Schadens im Wald wird heute auf rund 800 Millionen Franken geschätzt.
Stand der Arbeiten
Die Aufräumarbeiten im Wald seien weit fortgeschritten, teilt das BUWAL mit. Rund 8 Mio.Kubikmeter der insgesamt 12,5 Mio. sind aufgerüstet. Weitere zwei Mio. Kubikmeter sollen im Laufe dieses Winters geräumt werden. Der Rest wird im Wald liegengelassen.
Einbruch im Holzmarkt weniger schlimm als erwartet
Die hohe Nachfrage nach Holz sowohl im In- wie im Ausland habe die mengenmässige Bewältigung der Sturmschäden begünstigt, heisst es weiter. Allerdings sind die Preise für Sturmholz um rund 30 Prozent tiefer als im letzten Dezember. Eine Normalisierung des Holzmarktes sei erst für Ende 2001 zu erwarten.
Dadurch, dass das Lothar-Sturmholz rascher als erwartet aufgerüstet und verkauft werden konnte, gab es Engpässe beim Transport. «Die Nachfrage nach Holztransporten auf der Schiene hat sich in der Folge innert eines Monats vervierfacht», teilt die SBB mit.
Subventionen stehen zur Verfügung
5,5 Mio. Kubikmeter des Sturmholzes können kostendeckend aufgerüstet werden. Für die verbleibenden 4,5 Mio. übernimmt der Bund das entstandene Defizit. Er stellt für die Lotharschäden im Ganzen 510 Mio. Franken zur Verfügung. Zusätzlich stellt der Elementarschädenfonds – eine private Stiftung – schwer betroffenen Privatwaldbesitzern einen Betrag von 40 Mio. Franken zur Verfügung.
Handlungsbedarf besteht
Die Aufräumarbeiten im Wald haben 15 Todesopfer gefordert. Davon sind 14 Personen bei privater Arbeit im Wald ums Leben gekommen. Hier müsse die Sicherheit erhöht werden, teilt das BUWAL mit. Weiter dränge sich für die Bewältigung künftiger Ereignisse eine Anpassung der Gesetzgebung auf, damit auf politischer Ebene rascher gehandelt werden könne.
Kathrin Boss Brawand und Agenturen
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