Felsturz am Grimselpass: Strasse eine Woche gesperrt
Im Felssturzgebiet an der Grimselstrasse bei Innertkirchen im Kanton Bern haben sich die Felsbewegungen bis am Dienstagnachmittag (05.09.) weiter verlangsamt. Die Schäden an den Steinschlagnetzen sind jedoch grösser als angenommen.
Beim Felssturz in der Nacht zum Montag (04.09.) kam ein 45 Kubikmeter grosser Felsblock rund 50 Meter, ein 20 Kubikmeter grosser Block gar erst rund drei Meter vor der Grimselpass-Strasse zum Stillstand, wie der zuständige Geologe Ueli Gruner sagte.
Die Steinschlagnetze seien durch die Wucht des Felssturzes bedeutend stärker beschädigt worden als zuerst angenommen, sagte Gruner weiter. Die Grimselpass-Strasse bleibe voraussichtlich bis mindestens nächsten Dienstag (12.09.) gesperrt, teilte das Amt für Information mit.
2 bis 3 Millimeter
Die Bewegung der beiden Felspakete im Felssturzgebiet ging laut Gruner seit Montag weiter zurück und lag am Dienstagnachmittag bei 2 bis 3 mm pro Tag.
Je nach Witterungsverhältnissen sei ein Abbruch des kleineren, rund 25’000 Kubikmeter grossen Felspaketes noch in diesem Herbst zu
erwarten. Mit dem Abbruch des grösseren 250’000 Kubikmeter-Paketes
sei in den nächsten ein bis zwei Jahren zu rechnen.
Spekulationen
Nicht auszuschliessen ist laut Gruner, dass der Abbruch des kleineren Paketes das grössere mitreissen könnte. Die Geschwindigkeiten der beiden Pakete sind gleich. Die Auswirkungen bei einem Abbruch des kleineren Pakets könnten aber nicht exakt vorhergesagt werden. Nicht auszuschliessen ist laut Gruner, dass der Abbruch des kleineren Paketes das grössere mitreisst.
In dem seit Jahrzehnten bekannten Felssturzgebiet «Chapf» südlich Innertkirchen, waren in der Nacht auf Montag rund 2000 Kubikmeter Fels abgebrochen und durch Runsen auf unbewohntes Gebiet gestürzt. Die Strasse über den Grimselpass wurde automatisch gesperrt.
Eingeschränkter Postautofahrplan
Bis die Strasse wieder offen ist, wird der lokale Verkehr insbesondere nach Guttannen und zu den Stauseen im Grimselgebiet im Einbahnverkehr zeitverschoben über eine Umfahrungsstrasse geführt. Zugelassen sind auf der Umfahrung nur Fahrzeuge mit maximal zwei Achsen und 16 Tonnen Gewicht.
Der Postautoverkehr über den Grimselpass wird mit einem reduzierten Fahrplan weitergeführt. Die Zuganschlüsse in Oberwald, VS und Meiringen, BE, können damit nicht mehr garantiert werden.
swissinfo und Agenturen
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