Hilfswerke stehen hinter den Energievorlagen
Ein Ja zu den drei Energievorlagen, die am 24. September zur Abstimmung kommen, ist laut den Schweizer Hilfswerken entwicklungspolitisch notwendig. Die Schweiz müsse ihre globale Verantwortung wahrnehmen, forderten sie am Mittwoch (16.08.) in Bern.
Entwicklungsländer litten stark unter der Klimaveränderung und würden vom technologischen Innovationsschub profitieren, der durch ein Ja zu allen Vorlagen ausgelöst würde.
Am 24. September gehe es um mehr als die Rappenspalterei zwischen Solar- und Förderabgabe, sagte Rosmarie Bär von der Arbeitsgemeinschaft Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas und Caritas vor den Medien.
Entwicklungspolitische Verantwortung
Es gehe um den Schweizer Beitrag an einer globalen, zukunftsfähigen Energieversorgung, um das Wahrnehmen einer kollektiven Verantwortung. «Die globale Klimaveränderung ist Realität», sagte Bär. Hauptverursacher seien die Industrieländer, Hauptbetroffene die Entwicklungsländer.
Umsteigen auf Effizienz und erneuerbare Energien sei zwingend. Die langfristige Neuausrichtung des Schweizer Steuersystems nach dem Grundsatz «Energie statt Arbeit besteuern» sei eine grosse Chance für die Umwelt, für die Wirtschaft und die Gesellschaft, erklärte Bär weiter.
Der Aufbruch in eine zukunftsfähige Energieversorugung schaffe neue Arbeitsplätze, eröffne Exportmärkte mit Zukunft und bringe höhere Wettbewerbsfähigkeit.
Grace Akumu, Direktorin Climate Network Afrika aus Kenia, wies an der Medienkonferenz auf die Häufung extremer Wettersituationen in ihrem Land hin. Das Klima verändere sich, und insbesondere Afrika habe darunter zu leiden.
Kein Entwicklungsland könne angesichts einer bereits geschwächten Volkswirtschaft diese zusätzliche Belastung tragen, betonte Akumu und appellierte an die Schweiz, ihre Verpflichtung in der Internationalen Klimakonvention wahrzunehmen.
Zudem – so Akumu weiter – seien Entwicklungsländer auf den Norden angewiesen, um dort entwickelte, bewährte und kostengünstige neue Technologien zur Energiegewinnung übernehmen zu können.
Als für Kenia mögliche Beispiel nannte sie Windturbinen, Nutzung der Erdwärme und die Wassererwärmung mit Sonnenenergie.
swissinfo und Agenturen
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