Monte San Giorgio soll UNESCO-Welterbe werden
Der Tessiner Berg Monte San Giorgio zeichnet sich durch weltweit einzigartige geologische Schätze und Fossilien aus.
«Das Besondere am San Giorgio ist, dass man in diesem Berg nicht bloss eine Moment-Aufnahme von früher findet, sondern ganze geologische Schichten geben über die Tierwelt im Trias Auskunft.» Der Geologe Markus Felber, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der UNESCO-Eingabe, kommt gegenüber swissinfo regelrecht ins Schwärmen.
Die Schweizer Regierung hat am Mittwoch beschlossen, die Kandidatur Monte San Giorgio zu unterstützen. Ein Entscheid der UNESCO über die Aufnahme der Region am Seeufer gegenüber von Lugano werde Ende 2003 erwartet, schreibt das zuständige Ministerium in seiner Stellungnahme.
Von der Aufnahme des 1’096 Meter hohen Monte San Giorgio in die UNESCO-Welterbeliste verspricht sich das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) internationale Bekanntheit. Diese wirke sich insbesondere auch positiv auf den regionalen Tourismus und die Wirtschaft des Kantons Tessin aus und gewährleiste trotzdem den langfristigen Schutz des Gebiets.
Tausende Saurier-Skelette
Bereits seit dem 19. Jahrhundert sind in den Bitumen-Gesteinsschichten der Region Tausende von Skeletten von Meeressauriern und Fischen gefunden worden. Unter den Fundstücken befinden sich äusserst seltene oder gar einmalige Arten.
Für den Geologen Markus Felber ist nicht nur die weitere wissenschaftliche Forschung ein Argument, ihm geht es auch darum, das aus «weltweit einzigartige Gebiet» einem breiten Publikum näher zu bringen.
Weitere UNESCO-Projekte
Momentan prüft die UNESCO das Dossier des Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn-Gebietes. Die Schweiz ist im UNESCO-Weltkulturerbe bisher mit vier Kulturdenkmälern vertreten: dem Kloster St.Gallen, der Berner Altstadt, dem Kloster St.Johann in Müstair (GR) sowie den Tre Castelli in Bellinzona (TI). Insgesamt führt die Liste der UNESCO-Welterbe 690 Natur- und Kulturobjekte auf.
Eva Herrmann und Agenturen
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