Schweizer Messlatte an höchstem Berg in Amerika
Der Aconcagua ist die höchste Erhebung der gesamten Südhalbkugel. Auf den heutigen Karten ist er mit 6'960 Metern über Meer eingetragen. Ob diese Höhe stimmt, wird sich zeigen: Der Berg wird neu ausgemessen, mit Schweizer Vermessungs-Technologie.
Eine italienisch-argentinische wissenschaftliche Expedition unter der Leitung von Giorgio Poretti hat sich aufgemacht, um in den Anden die Höhe des Aconcagua zu bestimmen. Mit im Gepäck: genauste Messgeräte der Schweizer Firma Leica Geosystems.
Zum Aconcagua an der argentinisch-chilenischen Grenze hat die Schweiz eine besondere Beziehung. Der Schweizer Matthias Zurbriggen war der erste Mensch, welcher den Berg bezwungen hat, dies am 14. Januar 1897.
Zentimeter-genaue Messung möglich
Bisher war es wegen technischer Einschränkungen schwierig, grosse Berghöhen in einem zentimeter-genauen Bereich zu bestimmen. Möglich machen dies nun immer genauere GPS-Vermessungs-Geräte. Hand in Hand mit der Weiter-Entwicklung dieser Methoden ist in den letzten zehn Jahren auch der Wunsch gewachsen, die höchsten Berge der Kontinente neu zu vermessen.
So wurden denn bereits Asiens Mt. Everest und Afrikas Kilimandscharo mit den neusten GPS-Ausrüstungen der Firma Leica Geosystems erklommen. Auf dem Mt. Everest zeigte die Vermessung, dass der Gipfel zwei Meter tiefer war als ursprünglich angenommen.
Satelliten und Mikrowellen
Mit den GPS-Ausrüstungen werden heute aus den Signalen der GPS-Navstar-Satelliten genauste Messdaten gewonnen. Das Verfahren basiert auf der Basis von Mikrowellen-Signalen, welche von den Satelliten ausgestrahlt werden. Jeder dieser Satelliten umkreist die Erde in einer genau bekannten Bahn zweimal täglich.
Die Ergebnisse der Expedition zum Aconcagua werden Ende Mai bekannt gegeben.
swissinfo und Agenturen
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