Sturmwinde in der Schweiz: Mehrere Verletzte und beträchtlicher Schaden
In einem orkanartigen Sturm mit Spitzen von fast 180 Kilometern pro Stunde sind am Sonntag (12.12.) in der Schweiz mindestens drei Menschen verletzt worden. Es gab teils massive Behinderungen im Bahn- und Strassenverkehr und zahlreiche Schäden.
In einem orkanartigen Sturm mit Spitzen von fast 180 Kilometern pro Stunde sind am Sonntag (12.12.) in der Schweiz mindestens drei Menschen verletzt worden. Es gab teils massive Behinderungen im Bahn- und Strassenverkehr und zahlreiche Schäden mit noch unbekanntem Ausmass.
Der von Gewittern und Niederschlägen begleitete Sturm hatte am frühen Nachmittag in der Westschweiz eingesetzt und bald darauf die Ostschweiz erreicht. Er nahm dabei zusehends an Wucht zu. Die Spitzengeschwindigkeit wurde von der SMA mit 178 km/h auf dem Jungfraujoch registriert. Wie stark es im Mittelland stürmte, zeigt der zweithöchste Wert von 173 km/h, der auf dem Uetliberg bei Zürich gemessen wurde. Mit gegen Tempo 100 fegte der Wind durchs Flachland.
Mindestens drei Verletzte
Im Kanton Luzern wurde eine Person von einer herumfliegenden Eternitplatte schwer verletzt. Im Zürcher Stadtkreis 2 wurde ein Mann von einem Dach geweht und verletzt; laut Stadtpolizei konnte er im Spital ambulant versorgt werden. Im Zürcher Stadtzentrum wurde eine Frau durch herunterfallende Ziegel leicht verletzt.
Sachschäden
Von der West- zur Ostschweiz zog sich eine breite Spur von Schäden. Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt. Baugerüste stürzten ein, Bauabschrankungen flogen weg, Verkehrssignale wurden weggeblasen. Stromleitungen wurden unterbrochen, Stromversorgungen brachen zusammen. Boote kenterten oder wurden losgerissen, so auf dem Vierwaldstättersee ein Arbeitsfloss, das samt Bagger in die Hafenmole von Vitznau trieb. Polizei, Feuerwehren und Zivilschutz hatten alle Hände voll zu tun, die Telefonzentralen waren zeitweise völlig überlastet. Sturmschäden wurden aus den Kantonen Genf, Waadt, Freiburg, Jura, Solothurn, Aargau, Schwyz, Zug, Zürich, Thurgau und St. Gallen gemeldet.
Verkehrsbehinderungen
Umgestürzte Bäume blockierten Kantonsstrassen, Autobahnen und Bahnlinien. Laut Christian Kräuchi, Sprecher der Schweizerischen Bundesbahnen SBB waren zeitweise mindestens 13 Bahnstrecken verschiedener Unternehmungen ganz oder teilweise blockiert. Und auf der äusserst stark frequentierten SBB-Strecke Zürich – Killwangen-Spreitenbach waren drei von vier Geleisen nicht benützbar, nachdem ein Baugerüst zusammengestürzt war und sich eine Plastikplane in der Fahrleitung verheddert hatte.
Der Sturm, der über die Schweiz hinwegfegte, gehörte zu einer Kaltfront und lösten einen Temperatursturz aus. Zuvor war es auf der Alpennordseite ungewöhnlich warm; in den Alpentälern wurden bis zu 15 Grad gemessen. Der Wochenbeginn wird kalt, mit Schnee bis in tiefe Lagen.
SRI und Agenturen
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