Welt-Behinderten-Tag 1999: Bundespräsidentin Dreifuss wünscht mehr Verständigung
Moderne Kommunikationsmittel sind auch für behinderte Menschen wichtig. Sie bergen aber auch die Gefahr von Ausgrenzung und Isolation, wie Bundespräsidentin Ruth Dreifuss in ihrem Aufruf zum internationalen Tag der Behinderten (03.12.) festhält.
Moderne Kommunikationsmittel sind gerade für behinderte Menschen wichtig. Gleichzeitig bergen sie aber auch die Gefahr von Ausgrenzung und Isolation, wie Bundespräsidentin Ruth Dreifuss in ihrem Aufruf zum internationalen Tag der Behinderten (3. Dezember) festhält.
In ihrem Aufruf würdigt die Bundespräsidentin die Eigeninitiative und Entschlossenheit, mit der behinderte Menschen ihren Alltag meistern. Sie verdienten die Anerkennung und den Respekt aller. Daran solle auch der Internationale Tag der Behinderten erinnern und Verständigungsbrücken zwischen Behinderten und Nichtbehinderten bauen. In der Schweiz stehe der 3. Dezember deshalb im Zeichen der Kommunikaton.
Bei allen Chancen, die sich dank neuer Techniken böten, bestehe zugleich die Gefahr, dass jene Menschen ausgegrenzt würden, die mit den neuen Entwicklungen nicht Schritt halten könnten, schreibt die Bundespräsidentin.
Moderne Kommunikationsmittel seien für behinderte Menschen zwar besonders wichtig, “aber sie können und dürfen persönliche Begegnungen und Gespräche nicht ersetzen”. Nur das aufeinander Zugehen gebe persönlichen Schicksalen ein Gesicht, “nur dann entsteht ein tragfähiger Boden für ein soldidarisches Zusammenleben”.
Auch Gro Harlem Brundtland, die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, hat aus Anlass des Weltbehinderten-Tags zu verstärkten Anstrengungen gegenüber den Betroffenen aufgerufen. UNO-Organisationen und andere Partner müssten eine gemeinsame Agenda für Behinderte ausarbeiten.
Auf nationaler und internationaler Ebene brauche es mehr Massnahmen, um Prävention mit Rehabilitation und Chancengleichheit für Behinderte zu verbinden, erklärte Brundtland.
Rund 10 Prozent der Weltbevölkerung sind nach Angaben der Weltgesundheitsorgansation (WHO) behindert. Rund 80 Prozent davon leben in Entwicklungsländern. Der Welt-Behinderten-Tag wird seit 1992 gemäss Beschluss der UNO-Generalversammlung am 3. Dezember begangen.
SRI und Agenturen
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