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Zu Gast bei Künstler-Freunden

Doña Rosita, lebendige Blume aus rästelhaftem Erdreich.

(Theater an der Ruhr)

Bis Ende 2007 präsentieren Kulturschaffende aus Nordrhein-Westfalen in der Schweiz ihre Produktionen. Der Auftakt ist am Theaterfestival Basel erfolgt.

Die über 30 Veranstaltungen sind die Fortsetzung des Programms "scene:schweiz in nrw", das 2004 die Kooperation des Bundeslandes mit der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia initiiert hatte.

Susanne Winnacker, Leiterin des Theaterfestivals Basel, strahlt, denn sie kann dem Publikum einige besondere Bühnen-Leckerbissen anbieten: Das Theater an der Ruhr, "das sich seit fast 25 Jahren nicht vereinnahmen lässt", wie die Programmleiterin sagt, dann die "witzigen" norton.commander oder Paula Artkamps "seltsame Geschichte" mit dem Titel "Zu Gast bei W./W. Hiller".

Die drei Produktionen bilden den Festivalschwerpunkt "Scout NRW", welchen Winnacker mit der finanziellen Unterstützung des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen zusammenstellen konnte. "Eine echte Bereicherung, diese Stücke zeigen zu können", sagt sie gegenüber swissinfo.

Obwohl die Produktionen der deutschen Ensembles sehr unterschiedlich seien, fügten sie sich sehr gut ins Programm ein. "Denn an einem kleinen Festival wie in Basel müssen die Stücke auch untereinander kommunizieren", so das Credo Winnackers.

Nachhaltige Kooperation

Die Gastspiele der drei Ensembles bilden den Auftakt zu über 30 Präsentationen von Kunstschaffenden und Institutionen aus dem deutschen Bundesland in der Schweiz.

Die Veranstaltungen finden auf der "Plattform Schweiz: Kultur mit Nordrhein-Westfalen" statt, welche das deutsche Bundesland und die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia aufgestellt haben.

Ihre Wurzeln hat die grenzüberschreitende kulturpolitische Zusammenarbeit im Festival "scene: schweiz in nrw" von 2004, zu dem die Deutschen rund 200 Schweizer Künstlerinnen und Künstler aus allen Sparten eingeladen hatten.

Die 50%-Quote

Nicht nur das Festival selbst habe funktioniert, es hätten sich auch viele Beziehungen entwickelt, die weiter wirkten, zieht Pius Knüsel, Direktor der Pro Helvetia, eine positive Zwischenbilanz.

"Schweizer Künstler sind danach von deutschen Veranstaltern erneut eingeladen worden, das ist Nachhaltigkeit im wahren Sinn des Wortes." Bei der Kulturstiftung gilt ein Austauschprogramm dann als erfolgreich, wenn jede zweite Produktion eine neue nach sich zieht.

Globalisierter Kunstmarkt

Die Vorarbeiten für den Gegenbesuch aus NRW verliefen für die Kulturstiftung allerdings nicht reibungslos. "Uns kam das hiesige föderalistische System in den Weg, weil die Veranstalter, Städte und Kantone auf ihre eigenen Konzepte pochten", schildert Knüsel. Denn diese und nicht Pro Helvetia finanzierten den Kulturimport.

Schweizer Veranstalter und Geldgeber hätten sich aber vom Vorteil überzeugen lassen, dass diese Produktionen von der dortigen Landesregierung unterstützt werden. "Veranstalter wie Basel haben so Zugriff auf Produktionen, die sie sich sonst nicht leisten könnten", so der Direktor.

Pro Helvetia

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia ist eine Stiftung öffentlichen Rechts. Ihr Auftrag: Förderung kultureller Bestrebungen von ...

Markenzeichnen Kreativität

Die Initiative war 2004 vom deutschen Bundesland ausgegangen, das Schweizer Künstler zu den 37. Internationalen Kulturtagen der Stadt Dortmund einlud.

Thomas Horn, Ministerialrat in der Regierung des deutschen Bundeslandes, der das Theater Festival Basel vor kurzem zusammen mit Susanne Winnacker eröffnet hat, rekapituliert: "Das Interesse der Kunstszene in Nordrhein-Westfalen an Schweizer Kunst war und ist so gross, dass auch die Landesregierung Chancen gesehen hat, die kulturelle Zusammenarbeit mit dem Staat Schweiz zu intensivieren."

Kunst und Kultur aus der Schweiz sei wegen ihrer "immensen Kreativität" ein gefragter Partner. "Wir haben diese Neugierde aufgegriffen, um dieses Schaffen einem breiteren Publikum zu zeigen", sagt Horn.

Wichtige Türöffner-Funktion

Doch es geht ihm um mehr: "Das Theaterfestival Basel erhält insbesondere mit dem Theater an der Ruhr einen international ausgewiesenen Partner, mit dem das Festival und Schweizer Ensembles den Weg nach Europa und in die Internationalisierung gehen können."

Horn erinnert an die Produktionen, welche dieses Ensemble seit 1997 in den Staaten entlang der Seidenstrasse zusammen mit lokalen Gruppen realisiert.

Dass das Theater an der Ruhr für Basel ein "sehr wichtiger strategischer Partner" auf dem Gebiet der Ko-Produktionen ist, bestätigt Festivalleiterin Susanne Winnacker. "Theater ist wirklich eine Frage von Netzwerken: Neue entstehen, alte kommen in anderer Form zurück." Netzwerke zu erweitern, sei gerade eines der Ziele eines Festivals.

Winnacker ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit auch nach dem Anlass weitergehen werde. "Wenn ich beispielsweise etwas aus der Kunsthochschule Düsseldorf zeigen will - die ja immer tolle Abschlussklassen hat – dann kann ich das auch." Das Publikum, nicht nur aus Basel, kann sich freuen.

swissinfo, Renat Künzi, Basel

In Kürze

Die "Plattform Schweiz: Kultur mit Nordrhein-Westfalen" ist das erste Kulturaustausch-Programm der Pro Helvetia, in dessen Rahmen Künstler aus dem Gastland auf Gegenbesuch in die Schweiz kommen.

Die Zukunft der kulturpolitischen Kooperation der beiden Partner liegt laut Thomas Horn vom Bundesland Nordrhein-Westfalen auch in gemeinsamen Auftritten in Drittländern.

Pro-Helvetia-Direktor Pius Knüsel wertet die bisherige Zusammenarbeit mit Nordrhein-Westfalen in einer Zwischenbilanz als Erfolg.

Ziel der Kulturstiftung ist es, regelmässig solche Austauschprogramme zu fördern.

Das nächste Programm grenzüberschreitender kultureller Zusammenarbeit ist das Projekt "La belle Voisine", welches Pro Helvetia ab Januar 2007 organisiert. Es führt Künstler und Veranstalter aus der Westschweiz und der französischen Stadt Lyon sowie der Region Rhône-Alpes zusammen.

Für 2008 bis 2011 plant Pro Helvetia ein Austauschprogramm mit Künstlern aus China.

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