230 Dolmetscherinnen und Dolmetscher für sechs Kantone
Dolmetscherinnen und Dolmetscher sind etwa für die Übersetzung von medizinischen Diagnosen oder von Gesprächen mit einer Lehrkraft zuständig. Für die Vermittlung der Fachpersonen in der jeweiligen Sprache ist die Arge Verdi mit Sitz in der Stadt St. Gallen verantwortlich.
(Keystone-SDA) Die Nachfrage nach Dolmetschdienstleistungen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. 2020 wurden für die in St. Gallen domizilierte Arge Verdi 16’847 Aufträge gezählt. 2024 waren es laut des letzten Geschäftsberichts 31’622 Aufträge.
Arge Verdi vermittelt seit 1965 als Teil der Arge Integration Übersetzungsdienstleistungen. Aktuell stehen 230 Dolmetscherinnen und Dolmetscher für rund 70 Sprachen bereit, Aufträge von Behörden, Schulen oder aus dem Gesundheitswesen anzunehmen. Übersetzungen sind vor Ort, aber auch via Telefon oder Video möglich.
Zu den Voraussetzungen gehört eine Zertifizierung als interkulturelle Dolmetscherinnen und Dolmetscher. Übersetzt werde «vollständig, sinngenau und möglichst wortgetreu», wie es auf der Webseite der Arge Verdi heisst. Die Übersetzerinnen und Übersetzer verhalten sich dabei «allparteilich».
Neue Dolmetscherinnen und Dolmetscher werden regelmässig rekrutiert. Es gebe immer viele Bewerbungen, erklärte die Personalverantwortliche von Arge Verdi auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Entscheidend sei jeweils, für welche Sprache Bedarf bestehe. Eine der Bedingungen ist, dass die Person mindestens mit einem 30-Prozent-Pensum zur Verfügung steht.
Automatisierte Vermittlung
Seit 2024 werden die Aufträge vollautomatisiert vermittelt. Die Kunden können seither über eine Applikation für den gewünschten Termin die freien Dolmetscherinnen und Dolmetscher aufrufen. Diese hätten dann zehn Minuten Zeit, den Auftrag anzunehmen. Sonst gehe die Anfrage an die nächste Person auf der Liste.
Die Abrechnung der Dienstleistungen funktioniert über die Arge Verdi. Die Vermittlungsstelle ist über Leistungsverträge mit den Kantonen Appenzell Ausser- und Innerrhoden, St. Gallen Thurgau, Graubünden und Glarus für die Erbringung von Dolmetschdienstleistungen verantwortlich.
Der Kanton St. Gallen richte jährlich einen Beitrag von rund 265’000 Franken aus, wobei die Hälfte davon vom Bund finanziert werde, informierte die St. Galler Regierung in der Antwort auf einen Vorstoss aus dem Parlament. Die Mittel würden für einen reduzierten Tarif eingesetzt. Statt 100 Franken pro Stunde werden den Kundinnen und Kunden 81 Franken pro Stunde verrechnet.