Aargauer Staatsanwaltschaft klagt mutmasslichen Sexualstraftäter an
Ein 57-jähriger Schweizer soll eine erwachsene Frau sowie eine Minderjährige wiederholt und eine weitere erwachsene Frau einmal unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht haben. Daher hat die Aargauer Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Angeklagte befindet sich in Haft.
(Keystone-SDA) Die Liste der Anklagepunkte, die die Staatsanwaltschaft dem 57-Jährigen vorwirft, ist lang, wie aus der am Montag veröffentlichten Medienmitteilung hervorging: mehrfacher versuchter Mord, mehrfache qualifizierte Vergewaltigung, mehrfache qualifizierte sexuelle Nötigung, Schändung, mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern – um nur einige Punkte zu nennen.
Die Staatsanwaltschaft beantragt gemäss Mitteilung eine lebenslängliche Freiheitsstrafe sowie eine ambulante, vollzugsbegleitende Behandlung. Die Anklage ist beim Bezirksgericht Baden hängig.
«Umfangreiches Beweismaterial» sichergestellt
Der Beschuldigte soll den Opfern über längere Zeit heimlich K.-o.-Tropfen verabreicht haben, damit sie nicht mehr in der Lage gewesen seien, sich zu wehren, hiess es in der Medienmitteilung weiter: Dies soll er ausgenutzt haben, um sexuelle Handlungen an den Opfern vorzunehmen, die diese nicht wahrgenommen hätten.
Die Opfer hätten sich gemäss Einschätzung der Staatsanwaltschaft durch die K.-o.-Tropfen wiederholt in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden, der zu einem Erstickungstod hätte führen können. Daher die Anklage wegen mehrfachen versuchten Mordes.
Zudem soll er die Taten aufgezeichnet haben. Die Auswertung dieser Aufnahmen sei eine zentrale Grundlage der Anklage, schrieb die Staatsanwaltschaft in der Mitteilung weiter.
Während der Ermittlungen habe die Staatsanwaltschaft «umfangreiches Beweismaterial» sichergestellt, darunter viele Fotos und Videos. Die Untersuchung sei deswegen wiederholt ausgeweitet und die Untersuchungshaft verlängert worden.
Auslöser der Ermittlungen war gemäss Medienmitteilung ein Vorfall in einer Nacht im September 2023: die Mutter der Minderjährigen habe den Beschuldigten während einer mutmasslichen Tat überrascht und die Polizei alarmiert. Diese habe den Mann kurze Zeit später an seinem Wohnort festgenommen.