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FRANKFURT (awp international) - Der Abwärtstrend am Aktienmarkt geht angesichts der anhaltenden politischen Sorgen über die Entwicklung in Nordafrika weiter: Der Dax sank am Donnerstag um 1,21 Prozent auf 7.107,54 Punkte und damit den vierten Tag in Folge. Nachdem er am Freitag noch auf dem höchsten Stand seit drei Jahren geschlossen hatte, gab der deutsche Leitindex in dieser Woche bereits mehr als vier Prozent ab. Der MDax der mittelgrossen Werte sank am Donnerstag um 1,37 Prozent auf 9.983,76 Punkte und somit erstmals seit vier Wochen wieder unter die 10.000-Punkte-Marke. Für den TecDax ging es um 0,91 Prozent auf 872,94 Punkte bergab. US-Daten zum Arbeitsmarkt und den Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter beeinflussten die Kurse nicht. Später stehen noch Daten zum US-Immobilienmarkt auf der Agenda.
Analyst André Saenger von IG Markets sprach von einer Fortsetzung der laufenden Korrektur. Er verwies auf eine eingetrübte Stimmung der Anleger, wie sie sich etwa in einer aktuellen Stimmungsumfrage der Deutschen Börse niederschlage. Neben den politischen Sorgen über Libyen und daher kräftig steigenden Rohölpreisen steht aber auch die Berichtssaison weiter im Fokus. Alleine im Dax legten mit der Allianz, RWE, BASF und Henkel vier Unternehmen ihre Bilanzen vor, die den weiteren Tagestrend massgeblich bestimmen dürften.
AUSBLICK DRÜCKT RWE ANS DAX-ENDE
Die RWE-Titel fielen als Dax-Schlusslicht um 6,31 Prozent auf 48,81 Euro. Der Energieversorger konnte einerseits 2010 den bereinigten Gewinn und den Umsatz erneut steigern. Andererseits fiel die Senkung der Unternehmensziele, die RWE mit den politischen Veränderungen auf dem Energiemarkt und der härter werdenden Konkurrenz begründete, laut Händlern deutlicher als erwartet aus. Europas grösster Versicherer Allianz hat im abgelaufenen Jahr trotz hoher Katastrophenschäden einen deutlichen Gewinnsprung erzielt und will die Dividende anheben. Dies half den Aktien aber ebenso wenig wie der für 2011 wieder angepeilte operative Gewinn von etwa acht Milliarden Euro: Sie sackten um 3,63 Prozent auf 100,80 Euro ab.
Henkel konnte 2010 seinen Überschuss beinahe verdoppeln und auch operativ zulegen. Der Konsumgüterkonzern vermochte aber trotz eines Rekordjahres und einer angehobenen Dividende Händler und Analysten auf der Ergebnisseite nicht zu überzeugen. Für die Aktien ging es um 1,64 Prozent auf 43,435 Euro bergab. Gut hielten sich hingegen die BASF-Papiere mit plus 0,31 Prozent auf 58,930 Euro. Der Chemiekonzern verzeichnete im Schlussquartal einen Ergebnissprung sowie einen Umsatzanstieg und will diese Rekordwerte im laufenden Geschäftsjahr noch einmal deutlich übertreffen. Zudem kündigte das Unternehmen eine kräftige Erhöhung der Dividende an. Bei den Analysten stiess vor allem der Ausblick auf ein positives Echo.
RISIKEN FÜR FUSION BELASTEN PORSCHE
Die Aktien von Porsche brachen um 11,15 Prozent auf 54,730 Euro ein und litten darunter, dass die Fusion des Sportwagenbauers mit Volkswagen (VW) in Gefahr gerät. Durch die länger als geplant andauernden Ermittlungsverfahren gegen zwei ehemalige Porsche-Vorstände sei die Wahrscheinlichkeit, die Fusion wie bisher vorgesehen im laufenden Jahr auf den Weg zu bringen, von 70 auf 50 Prozent gesunken, teilte Porsche mit. Ein Börsianer nannte dies "eine grauenhafte Nachricht für Porsche". Für die VW-Vorzüge ging es um 2,03 Prozent auf 113,55 Euro nach unten.
Im TecDax erlitten die Aktien von Adva Optical Networking als Schlusslicht Verluste von 8,30 Prozent auf 6,190 Euro. Während der Glasfaserkabelspezialist 2010 deutlich zulegen konnte, fiel der Ausblick laut Händlern lediglich verhalten aus. Nach endgültigen Jahreszahlen und einem präzisierten Ausblick gaben die Morphosys-Titel um 6,73 Prozent auf 18,100 Euro nach. Ein Börsianer wertete die Zahlen des Biotechnologie-Unternehmens als neutral. Der Wechsel des Finanzvorstands bringe aber etwas Unsicherheit und belaste die Aktien.
Die im MDax notierte Optikerkette Fielmann steigerte 2010 Umsatz und Gewinn und blickt mit Zuversicht auf das gerade gestartete Geschäftsjahr. Ein Börsianer sah keine eindeutigen Impulse: Die Ergebnisse lägen leicht unter den Erwartungen, dafür sei die Dividende höher als gedacht. Mit plus 0,52 Prozent auf 63,48 Euro hielten sich die Aktien vergleichsweise gut. Die Papiere von Baywa reagierten mit Verlusten von 4,44 Prozent auf 30,810 Euro auf die Zahlenvorlage. Der Bilanz zufolge konnte der Agrar- und Baustoffhandelskonzern im vergangenen Jahr dank der Belebung des Agrarmarktes bei Umsatz und Gewinn zulegen. Für Sky Deutschland ging es nach enttäuschenden endgültigen Zahlen am MDax-Ende um 9,35 Prozent auf 2,658 Euro bergab./gl/ck
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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