AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Schwach – Dax verliert im Wochenverlauf 3,1%
FRANKFURT (awp international) – Die Schwäche der vergangenen Tage hat am deutschen Aktienmarkt auch am Freitag angehalten und für Verluste gesorgt. Der Dax schloss mit minus 1,79 Prozent auf 5.434,34 Zähler. Auf Wochensicht summierte sich der Verlust auf 3,11 Prozent. Der MDax fiel am Freitag um 2,89 Prozent auf 7.243,13 Zähler, der TecDax rutschte um 2,69 Prozent auf 775,94 Punkte ab. In den USA sank die Beschäftigung zwar überraschend, die Arbeitslosenquote ging allerdings ebenfalls überraschend zurück.
«Was sicher nicht zur Beruhigung beigetragen hat, sind die revidierten Berechnungen des US-Arbeitsministeriums», sagte Marktstratege David Buik von BGC Partners in London. So lagen die Jobverluste in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Rezession bei 8,4 Millionen und damit um 1,39 Millionen höher als bislang berechnet. «Das zeigt nur, mit was für einer horrenden Rezession wir es eigentlich zu tun haben und dass eine Erholung viel weiter entfernt sein könnte, als wir bisher gedacht haben.» Mit Blick auf die Schuldenproblematik einiger südlicher Eurolandmitglieder ist Buik der Ansicht, dass sie nur die Spitze eines Eisberges seien.
Technologiewerte rutschten an das Dax-Ende, wobei die Papiere von Infineon Technologies mit minus 3,67 Prozent auf 3,959 Euro der schwächste Wert waren. Die Aktien der Lufthansa gaben 2,52 Prozent auf 11,045 Euro ab. Laut Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler, hat das wenig mit Einzeldaten von Konkurrenten wie British Airways zu tun. «Es herrscht am Markt gerade ein genereller Verkaufsdruck», der auch die Lufthansa-Aktien belaste.
Die Kursverluste von Bankenwerten sind laut einem Händler etwas abgemildert worden, da mit der weiter angespannten Lage am US- Arbeitsmarkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA in naher Zukunft gesunken sei. Die Aktien der Commerzbank gingen mit einem Minus von 0,69 Prozent auf 5,495 Euro aus dem Handel. Die Papiere der Deutsche Bank fielen um 1,58 Prozent auf 43,19 Euro.
Die Telekom-Aktien hielten sich mit einem Abschlag von 0,31 Prozent auf 9,211 Euro vergleichsweise gut. Das «Wall Street Journal» hatte über einen geplanten Börsengang der amerikanischen Mobilfunk- Tochter berichtet. T-Mobile USA ist die Nummer vier auf dem US- Mobilfunk-Markt und eines der Sorgenkinder des Konzerns.
Am europäischen Markt fiel der EuroStoxx 50 um 2,80 Prozent auf 2631,64 Punkte. Die Börsen in Paris und London schlossen ebenfalls mit deutlichen Verlusten. In den USA zeigten sich die Aktienmärkte zum Handelsschluss in Europa ebenfalls in der Verlustzone.
Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,78 (Vortag: 2,89) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 124,22 Punkte. Der Bund Future gewann 0,44 Prozent auf 124,25 Punkte. Der Kurs des Euro fiel auf den tiefsten Stand seit Mai 2009 und kostete zuletzt 1,3603 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3691 (Donnerstag: 1,3847) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7304 (0,7222) Euro./rum/ck