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AKTIEN FRANKFURT/Sehr fest - EU-Rettungsschirm sorgt für Erleichterung

Dieser Inhalt wurde am 10. Mai 2010 - 12:09 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag dank des massiven Rettungsschirms für die kriselnden Mitgliedsländer der Europäischen Union deutlich erholt in die Woche gestartet. Der Leitindex Dax sprang um 4,31 Prozent auf 5.961,45 Punkte in die Höhe. Der MDax legte mit plus 5,96 Prozent auf 8.091,75 Punkte noch stärker zu. Für den TecDax ging es um 4,27 Prozent auf 778,38 Punkte nach oben.
Die EU hatte am Wochenende gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Paket von 750 Milliarden Euro geschnürt, das Börsianer als "beispiellos" bezeichneten. "Ein eindeutigerer Schritt wäre kaum vorstellbar gewesen. Es war die richtige Massnahme zur richtigen Zeit, die vielen Spekulanten den Wind aus den Segeln genommen und eine blutige Nase beschert hat", kommentierte Thilo Müller Fondsmanager bei MB Fund Advisory die jüngste Entwicklung. Doch die Regierungen hätten sich damit nur Zeit erkauft und müssten nun ihre Hausaufgaben machen, um ihre Haushaltslage in den Griff zu bekommen, ergänzte der Experte.
Zu den grössten Profiteuren des Rettungsschirms gehörten Finanzwerte, denen auch die Entschlossenheit der Europäischen Zentralbank (EZB) in die Karten spielte. Präsident Jean-Claude Trichet kündigte am Montagmorgen in Frankfurt an, dass die Notenbank zur Not auch Anleihen von hoch verschuldeten Staaten oder auch privaten Schuldnern ankaufen werde. Die Aktien der Deutschen Bank sprangen daraufhin um 11,90 Prozent auf 51,25 Euro in die Höhe, Commerzbank-Titel legten 9,53 Prozent auf 6,25 Euro zu. Aktien der Postbank gewannen 7,49 Prozent auf 24,395 Euro und auch Anteilsscheine der Allianz standen dem mit plus 7,02 Prozent auf 82,05 Euro nur wenig nach. Mit plus 8,87 Prozent auf 4,933 Euro zeigten aber auch die Anteilsscheine von Infineon eine besonders starke Gegenreaktion, nachdem sie in der letzten Woche deutlicher unter Druck gekommen waren.
Im Mittelpunkt standen auch die Versorger RWE und Eon . Die Abwahl der schwarz-gelben Koalition in Nordrhein-Westfalen und der damit verbundene Verlust der Regierungsmehrheit im Bundesrat dürfte Händlern und Analysten zufolge für Verunsicherung bezüglich der geplanten Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke sorgen. Die Titel der beiden Versorger gewannen 1,70 bzw. 2,40 Prozent und entwickelten sich damit deutlich schlechter als der Dax.
Zahlen gab es unter anderem von Bilfinger Berger. Der Bau- und Dienstleistungskonzern bekräftigte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr, nachdem der Gewinn im ersten Quartal nach Händlereinschätzungen deutlich über den Erwartungen lag. Die Aktien gewannen 10,49 Prozent auf 48,72 Euro und gehörten damit zu den Favoriten im MDax. Ähnlich gut erging es den Titeln des Autozulieferers ElringKlinger , der seine Prognose angehoben und im im ersten Quartal beim Gewinn ebenfalls über den Erwartungen gelegen hatte. Die Titel waren mit einem Plus von 11,60 Prozent auf 20,25 Euro an der Spitze vom MDax zu finden.
Nach Zahlen bewegt waren auch die Papiere von QSC , die 8,09 Prozent auf 1,47 Euro zulegten. Der auf Geschäftskunden spezialisierte Telekomanbieter verdiente unterm Strich mehr als doppelt so viel als im Vorjahr. Im TecDax standen ausserdem die Aktien von Evotec im Mittelpunkt und sprangen wegen einer Kooperation mit Genentech um 6,62 Prozent auf 1,95 Euro in die Höhe. Nordex legten nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 6,92 Prozent auf 7,248 Euro zu./th/rum

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