AKTIENFOKUS/Credit Suisse verlieren nach enttäuschenden Q3-Zahlen an Terrain
Zürich (awp) – Die Papiere der Credit Suisse verlieren am Donnerstag im frühen Handel an Terrain. Die Investoren reagieren damit auf das heute von der Grossbank präsentierte Ergebnis für das dritte Quartal, das hinter den Markterwartungen zurückblieb. Verantwortlich für die Enttäuschung sind insbesondere die deutlich höher als erwarteten Verluste auf eigenen Verbindlichkeiten sowie Wertberichtigungen im Investmentbanking.
Die Valoren der Grossbank verlieren vor diesem Hintergrund bis kurz nach 9.30 Uhr rund 2,7% auf 42,16 CHF. Damit hat der Aktienkurs im Verlaufe des Handels wieder etwas angezogen, notierten CS doch zur Eröffnung bei 41,75 CHF. Besser schneidet der Platzkonkurrent UBS ab, dessen Valoren rund 0,3% auf 17,55 CHF gewinnen. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI steht derweil mit 0,3% im Plus.
Analysten bezeichnen das Ergebnis auf Stufe Reingewinn insgesamt als enttäuschend. Auch unter Ausklammerung der diversen Sonderfaktoren habe das Institut schlechter gearbeitet als erwartet, so der Tenor der Experten.
Enttäuscht zeigt sich beispielsweise die Bank Vontobel. Die Investmentbank habe schwache Erträge erwirtschaftet und die Bruttomarge im Wealth Management sei unter den Erwartungen und der Buchwert rückläufig, heisst es. Die verantwortliche Analystin Teresa Nielsen stellt daher sowohl eine Reduktion ihres Ratings als auch ihres Kursziels in Aussicht.
Auch im Urteil des Platzkonkurrenten UBS liegt das Ergebnis der Credit Suisse hinter den Erwartungen. Schwach sei insbesondere das Aktiengeschäft im Investmentbanking ausgefallen, schreibt UBS-Analyst Philipp Zieschang. Angesichts der sinkenden Erträge und der steigenden Kosten sieht er bei der Credit Suisse auch eine Kostendiskussion am Horizont.
Weniger dramatisch sehen Nomura und Cheuvreux die Situation. Die Resultate seien bei genauerem Hinsehen nicht so schwach, meint etwa das französische Institut. So hätten diverse Sonderfaktoren die Grossbank zurückgebunden. Ähnlich tönt es bei Nomura. Zwar dürfte das heutige Resultat die Aktien belasten, aber die anziehenden Aktivitäten im September seien für das vierte Quartal ein ermutigendes Zeichen, schreibt Nomura-Experte Jon Peace. Auch die verbesserte Performance im Wealth Management sowie die starke Bilanz seien mittelfristig Grund für Optimismus.
pf/gab