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Zürich (awp) - Die Aktien der Nobel Biocare Holding AG stehen am Mittwoch nach der Publikation eines enttäuschenden Quartalsausweises unter massivem Verkaufsdruck. Während der Ausblick im Rahmen der tieferen Erwartungen gelegen habe, lasse der "turn-around" weiter auf sich warten. So rechne das Management des Dentalimplantat-Herstellers im laufenden Jahr mit weiteren Marktanteilsverlusten, begründen Händler die Abgaben.
Bis um 10.20 Uhr verlieren die Nobel-Biocare-Aktien um 10,0% auf 16,96 CHF, bei einem bisherigen Tiefstkurs von 16,73 CHF. Das Handelsvolumen hat den bisherigen durchschnittlichen Tagesumsatz bereits übertroffen. Damit verlieren die Titel die rund 10%, die sie in den letzten Wochen im Vorfeld der Zahlenpublikation gutgemacht haben. Der Gesamtmarkt - gemessen am SPI - gibt derweil um 1,0% nach.
"Immer noch kein Zeichen eines 'turn-around'", schreibt Stephan Gasteyger von Jefferies. Die Zahlen würden belegen, dass Nobel Biocare klar weiterhin Marktanteile an die Konkurrenz verliere. Die Mitbewerber hätten im zweiten Quartal alle Umsatzuwachsraten im tiefen bis hohen einstelligen Prozentbereich erzielt. Der Zeitpunkt und das Ausmass einer Erholung bei Nobel Biocare bleibe daher höchst ungewiss, so der Analyst.
Auch Sibylle Bischofberger von der ZKB kritisiert die weiteren Marktanteilsverluste. Nobel Biocare habe im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang ausgewiesen - trotz einer tiefen Vergleichsbasis. "Damit verliert Nobel Biocare weiter Marktanteile und kann dies nicht stoppen", so die Analystin.
Ähnlich lautet der Kommentar von Vontobel-Analyst Christoph Gubler: "Weitere nüchterne Ergebnisse. Das zugrunde liegende Wachstum verbessert sich nicht und ist eigentlich enttäuschend angesichts der abgeschwächten Vergleichsbasis." Auch Christoph Gretler von der Credit Suisse kritisiert die Umsatzentwicklung und den damit zusammenhängenden Marktanteilsverlust als "sehr beunruhigend".
Als Enttäuschung wertet die Analysten-Gilde auch die gesunkene Rentabilität. "Die Rentabilität hat sich weiter verschlechtert und die Kosten für M&S sowie F&E müssen in Zukunft steigen, damit der Umsatz stabilisiert werden kann", schreibt beispielsweise Gubler. Gretler sieht angesichts das anhaltenden Personalaufbaus und der angekündigten höheren Marketingausgaben im zweiten Halbjahr auch kein Verbesserungspotenzial für die Margenentwicklung.
Beobachter nennen als weiteren Grund für die Kursabgaben den weiterhin sehr vagen Ausblick. Dass das Management immer noch keine quantitative Jahresprognosen abgebe, sorge für Verkäufe, heisst es. Zudem belasteten die Aussagen, dass die Gesellschaft 2010 weitere Marktanteile verlieren werde, belasteten den Kurs, heisst es.
Insgesamt seien die Halbjahresergebnisse im Rahmen der tiefen Erwartungen ausgefallen und daher als neutral zu werten, fasst Bischofberger zusammen.
Die Bank Vontobel behält nach den Zahlen die Einstufung der Titel mit "Hold" (Kursziel: 22 CHF) bei. Auch Jefferies stuft die Aktie mit "Hold" (Kursziel: 19 CHF) ein, während weiter auf Zeichen substanziellerer Verbesserungen oder auf ein attraktiveres Kursniveau gewartet werde. Die ZKB bewertet die Aktie mit "Marktgewichten". Die Credit Suisse stuft die Titel mit "Neutral" ein und sieht das Kursziel bei 21 CHF.
ch/rt

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