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AKTIENFOKUS/Petroplus nach Q3-Zahlen im Minus

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2009 - 09:50 publiziert

Zürich (awp) - Die Aktien der Petroplus Holdings AG tendieren am Donnerstag im frühen Handel schwächer, haben sich dabei jedoch von ihren Anfangsverlusten erholt. Die Raffineriebetreiberin hat nach Einschätzung der Analysten einen schwachen Zahlenausweis für das dritte Quartal 2009 präsentiert und auch die eher schwierige Einordnung der Kennziffern drückt auf die Stimmung.
Bis um 9.30 Uhr geben die Titel bei überdurchschnittlich hohen Volumen um 2,0% auf 22,70 CHF nach. Der Gesamtmarkt - gemessen am SPI - verliert derweil 0,73%.
Die Bank Vontobel spricht in einem Kommentar von "Casino Royale". Ein schwaches Ergebnis sei zwar erwartet worden, aber nicht in diesem Ausmass, schreibt der zuständige Analyst Andreas Escher. Aufgrund der Intransparenz des Unternehmens habe es bei den Prognosen wie in der Vergangenheit erhebliche Schwankungen gegeben.
Das Ergebnis sei durch das Pipeline-Leck der SPSE, höhere Kosten von selbstverbrauchtem Kraftstoff und geringeren Preisunterschieden bei Rohöl in Mitleidenschaft gezogen, heisst es bei Vontobel weiter. Die Raffinerien seien während des gesamten Quartals mit gedrosselten Durchsatzraten gelaufen. Nach der vermeldeten Abschreibung beläuft sich der Buchwert der stillgelegten Anlage Teesside der Einschätzung zufolge noch auf 20 Mio USD.
Die ZKB verweist auf ein auch künftig herausforderndes Umfeld für Petroplus. "Unserer Ansicht nach werden die preislichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bis auf weiteres schwierig bleiben", heisst es. Der operative Geschäftsverlauf werde noch von intensivierten Unterhaltsarbeiten beeinträchtigt, betont Analyst Martin Schreiber.
Zur weiteren Geschäftsentwicklung erklärt Vontobel ebenfalls, im vierten Quartal dürfte keine Wende zum Besseren erfolgen. Die Durchsatzprognosen seien indes gegenüber früheren Angaben bestätigt worden, ausser für die Raffinerie Reichstett (-30%). Angesichts der Margenverbesserung und des Rückgangs der US-amerikanischen Lagerbestände gelte Petroplus jedoch als Anlage mit hohem Potenzial.
Sollte die Wirtschaft 2010 nicht an Fahrt zulegen, dürften die Nachfrage und damit die Raffineriemargen eher im tiefen Bereich verharren, schreiben die Kommentatoren von Wegelin. Weitere Kapazitätsanpassungen seien nicht auszuschliessen und könnten die Margen stabilisieren. Die Aktie sei derzeit nur für Risikofreudige Anleger geeignet, die eine Wette auf eine Konjunkturerholung abschliessen wollen und mit dem diffusen Zahlenmaterial keine Probleme hätten.
Sollte die Konjunkturwende tatsächlich eintreten, dürfte das Unternehmen dank seiner Unabhängigkeit und den damit verbundenen Vorteilen überproportional profitieren, so Wegelin weiter. Doch erst wenn diese Signale eindeutiger erkennbar sind, sieht die Bank die Investmentzeit für den konservativeren Anleger als gekommen.
Die Bank Vontobel will Schätzungen, Kursziel und Rating überprüfen. Die ZKB will ihre Prognosen ebenfalls anpassen, die Einstufung lautet vorerst weiterhin "Marktgewichten".
cc/ch

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