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Schwindel mit Solarstrom in Spanien aufgeflogen

Dieser Inhalt wurde am 13. April 2010 - 16:11 publiziert
(Keystone-SDA)

Madrid - Das spanische Industrieministerium ist einem Betrug in der Solarbranche auf die Spur gekommen. Betreiber sollen Diesel-Strom als Solarstrom ausgegeben haben, um an lukrative Subventionen zu kommen.
Bei Inspektionen wurde nach Presseberichten festgestellt, dass mehrere Solaranlagen angeblich auch nachts Strom produzierten und in das Netz einspeisten. Um eine grössere Leistung der Anlagen vorzutäuschen, sollen die Betreiber Diesel-Stromgeneratoren angeschlossen haben.
Nach vorläufigen Schätzungen beläuft sich der Schaden auf 2,6 Mio. Euro. "Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs", sagte ein Branchenexperte der Zeitung "El Mundo", die den Skandal ans Licht brachte. Wenn Solaranlagen angeblich in der Dunkelheit Strom produzieren, falle das früher oder später auf. Wenn jedoch auch tagsüber Stromgeneratoren angeschlossen würden, sei der Schwindel kaum festzustellen.
Die Verbände der Solarwirtschaft forderten harte Strafen für die Betrüger. Diese brächten die gesamte Branche in Misskredit. Auch das Schweizer Unternehmen Edisun Power kritisierte solche Vorgehensweisen auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA scharf. Edisun Power sei von den Ermittlungen nicht betroffen und distanziere sich klar.
In Spanien zahlte der Staat im vergangenen Jahr rund 2,3 Mrd. Euro an Subventionen für Solarstrom. Dieser macht rund zwei Prozent der spanischen Stromerzeugung aus. Die Subventionen hatten die Zahl der Photovoltaik-Anlagen in Spanien rapide ansteigen lassen. Die Regierung will die Prämien aber um bis zu 40 Prozent kürzen.

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