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Andri Silberschmidt soll für Zürcher FDP in den Regierungsrat

Keystone-SDA

Die Zürcher FDP schickt den 32-jährigen Andri Silberschmidt ins Rennen: Der Nationalrat soll 2027 den frei werdenden Regierungsratssitz von Carmen Walker Späh halten. Auf eine weitere Kandidatur will der Vorstand vorerst verzichten.

(Keystone-SDA) Der Kanton Zürich sei seine Heimat, sagte Silberschmidt am Montag vor den Medien. «Hier habe ich immer gewohnt, meine politischen Sporen abverdient und ein Unternehmen gegründet.» Er sei bereit, sein politisches Leben dem Kanton zu widmen.

Silberschmidt brachte sich gleich als direkter Nachfolger für die Volkswirtschaftsdirektion von Walker Späh ins Spiel. Wichtig sei ihm ein wirtschaftlich starker Kanton. Vor allem Unternehmen sollen sich hier wohl fühlen. Auch den Verkehr, der ebenfalls in der Volkswirtschaftsdirektion angesiedelt ist, sprach er an, bevor er zu weiteren Themen wie Sicherheit und Bildung kam.

Keine übermässigen Ansprüche stellen

Grund für den Verzicht auf eine weitere Kandidatur sei nicht fehlendes Interesse, sagte Filippo Leutenegger, Präsident der kantonalen FDP. Er gab sich aber auffällig zurückhaltend. «Wenn wir übermässige Ansprüche stellen, können wir auf die Nase fallen.»

Mehrere Medien berichteten in den Wochen zuvor, dass vor allem mögliche Kandidatinnen reihenweise absagten. Die Partei habe sich die Einerkandidatur intensiv und gut überlegt. «Er ist der beste Garant, um den Sitz zu halten, ein Hoffnungsträger der einen kometenhaften Aufstieg hinter sich hat», lobte Leutenegger.

Zweite Kandidatur bleibt aber Thema

Das Ziel der FDP sind zwar eigentlich zwei Sitze. Eine zweite Kandidatur wird die Partei aber nur dann ins Rennen schicken, wenn es «ausserhalb der bürgerlichen Parteien» zu einer Vakanz kommt, sprich Mario Fehr (parteilos) nicht mehr antritt. Silvia Steiner (Mitte) und die SVP zählte Leutenegger zur bürgerliche Mehrheit. Deren Sitze will die FDP also nicht angreifen.

Steiner hat ihre Absichten noch nicht kommuniziert. Die Einerkandidatur diene dem Erhalt der bürgerlichen Mehrheit, betonte die FDP. «Das geht nur wenn wir vertrauensvoll zusammenarbeiten», sagte Leutenegger. Den parteilosen Regierungsrat Mario Fehr zählte der FDP-Präsident auf Nachfrage nicht ausdrücklich zur bürgerlichen Mehrheit. Die SVP wird voraussichtlich mit zwei Kandidierenden antreten. Wen sie neben Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli aufstellt, ist noch offen.

Zweiten Sitz 2019 verloren

Die FDP ist seit 2019 nur noch mit einem Sitz im Regierungsrat vertreten. Ex-Fraktionspräsident Thomas Vogel konnte den Sitz von Thomas Heiniger nicht verteidigen. 2023 scheiterte Peter Grünenfelder, damals Direktor von Avenir Suisse.

Nun soll der ehemalige Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz den verbleibenden Sitz verteidigen. Silberschmidts politische Laufbahn führte vom Gemeinderat der Stadt Zürich in den Nationalrat, wo er den Kanton Zürich seit Dezember 2019 vertritt.

Wie die FDP am Montag mitteilte, hat er in beiden Funktionen wiederholt bewiesen, dass er über die Parteigrenzen hinweg Allianzen schmieden kann. Er sei national vernetzt, im Kanton breit bekannt und spreche mit seiner klaren und nahbaren Art auch Wählerinnen und Wähler ausserhalb der FDP an.

Die offizielle Nomination von Silberschmidt findet an der Delegiertenversammlung vom 23. Juni statt.

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