Blochers Ems-Chemie fliegt aus dem SMI
Die Schweizer Börse SWX streicht die Aktien der Ems Chemie Christoph Blochers mangels Erfüllung der reglementarischen Kriterien aus dem Swiss Market Index (SMI). Der SMI wird sich neu aus 28 Titeln - derzeit 29 - zusammensetzen. Die Änderungen treten am 1. Oktober 2001 in Kraft.
Wie Cédric Donzé von der Indexkommission erklärte, hatten sich die Titel der Ems Chemie in der Rangliste der Börsen-Kapitalisierung während den vier letzten Quartalen jeweils hinter dem 30. Platz klassiert. Die Zusammensetzung des Index wird routinemässig einmal jährlich überprüft.
Die im SMI vertretenen Titel müssen hinsichtlich Kapitalisierung und Liquidität Mindest-Anforderungen erfüllen. Die Zahl der SMI-Titel ist auf maximal 30 begrenzt. In Zukunft will sich die SWX nach eigenen Angaben bei der Berechnung der Börsen-Kapitalisierung neu auf die Anzahl der frei handelbaren Aktien abstützen.
Die Einführung der Free Float-Methode erfolge ebenfalls auf den 1. Oktober, heisst es weiter. Die erste Anpassung nach den Free Float-Kriterien kann somit per 1. Oktober 2002 erfolgen.
Die EMS-Aktie reagierte nicht besonders dramatisch. Der Titel verlor mit 1,28 Prozent auf 7’300 Fr. sogar weniger als der Markt. Blocher kontrolliert 83 Prozent der Stimmrechte von Ems Chemie, die Chemikalien für die Pharma- und Autoindustrie herstellt.
Keine Neuaufnahmen
In den Medien war spekuliert worden, dass auch die Aktien der Waren- und Dienstleistungs-Prüfgesellschaft SGS sowie die Titel der angeschlagenen Swissair Group und des Mischkonzerns Sulzer aus dem SMI ausscheiden könnten.
Die beiden letzten Werte hatten in den letzten Wochen starke Kursverluste erlitten. Analysten gingen jedoch schon vor dem Beschluss der Index-kommission davon aus, dass Sulzer und Swissair schon nur aus politischen Überlegungen heraus in der obersten Börsenliga verbleiben würden.
Als Anwärter für die Aufnahme in den SMI waren zuletzt die Aktien des Hörgeräte-Herstellers Phonak und der Medizinaltechnik-Firma Synthes-Stratec gehandelt worden. Die SWX verzichtete jedoch, mit der Aufnahme zweier neuen Titel den Spielraum von 30 SMI-Werten voll auszunützen.
Im letzten Jahr waren der Waadtländer Technologiekonzern Kudelski, der Genfer Pharma- und Biotechkonzern Serono, die Privatbank Julius Bär, der Luxusgüterkonzern Richemont sowie der Technologiekonzern Unaxis in den SMI aufgenommen worden.
swissinfo und Agenturen
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