Coop Schweiz: Altlasten aus Bankenzeit
Bei der neuen Besitzerin der Coop-Bank, der Basler Kantonalbank (BKB) kamen bei der Buchprüfung faule Immobilien-Kredite zum Vorschein. Coop muss 200 Mio. Franken nachschiessen. Coop-Präsident Metz tritt sofort zurück.
Coop Schweiz hatte die Bank Coop im vergangenen Dezember zu einem nicht genannten Preis an die Basler Staatsbank verkauft. Wie in solchen Fällen üblich wurde eine so genannte Due-Diligence-Prüfung vereinbart. Dabei wurde auf Grund von Altlasten ein bisher nicht bekannt gewesener zusätzlicher Wertberichtigungs-Bedarf im Immobilien-Kreditgeschäft entdeckt.
200 Millionen «nachschiessen»
Im Einvernehmen mit der Basler Kantonalbank wird die Coop-Gruppe als ehemalige Hauptaktionärin nun die fehlenden Wertberichtigungen von rund 200 Millionen Franken vorsorglich abdecken. Und zwar in Form eines Aktionärs-Zuschusses an die Bank Coop, der aus dem Verkaufserlös finanziert wird.
Bei den 200 Mio. Franken handle es sich um einen vorsorglichen Zuschuss, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Coop Schweiz, Hansueli Loosli. Erst nach der Bereinigung der Altlasten werde feststehen, was die Angelegenheit effektiv koste. Auf die laufenden Geschäfte des Grossverteilers habe die Zahlung keinen Einfluss.
Köpferollen
Als Konsequenz tritt der Präsident des Verwaltungsrates, Gerhard Metz, mit sofortiger Wirkung zurück. Metz war bis im April auch Präsident der
Bank Coop gewesen. Unter der neuen Besitzerin, der Basler Kantonalbank, war er Vizepräsident. Auch das Bankmandat gibt Metz per sofort ab. Zudem
legt Coop-Verwaltungsrat Jürg Messerli seine Mandate in der Coop-Gruppe und der Bank Coop mit sofortiger Wirkung nieder.
swissinfo und Agenturen
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