Couchepin: Korb für welsche Weinbauern
Wirtschaftsminister Pascal Couchepin ist am Donnerstagmorgen bei einem Treffen mit welschen Winzern nicht auf deren Forderungen nach Schutzmassnahmen gegen die Einfuhr von Billig-Weisswein eingegangen. Unzufriedene Westschweizer Weinbauern blockierten seit Anfang Woche den Bundesplatz in Bern.
Die Winzer hätten seit 1995 gewusst, dass die Weisswein-Einfuhren liberalisiert würden, sagte Couchepin nach dem Treffen vor den Medien. Das Parlament habe diese Öffnung beschlossen, und es gebe keine Möglichkeit, die Importkontingente zu senken.
Diversifizierung gefragt
Der Wirtschaftsminister hob aber auch hervor, dass noch 1995 80% des in der Schweiz konsumierten Weissweins einheimischer Provenienz gewesen sei. Nur eine Diversifizierung des Weinangebotes könne die Probleme der Schweizer Winzer lösen, sagte Couchepin.
Das Beispiel des Kantons Wallis zeige, dass der Schweizer Wein durchaus auf dem Markt bestehen könne. Er bedaure, dass nun einige Winzer gravierende Probleme hätten. Diese könnten aber keine Steuergelder erwarten.
Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, verwies auf das Paket Agrarpolitik 2007, das Ende September im Bundesrat behandelt werden soll. Dieses beinhalte mehrere Massnahmen zur Unterstützung der Schweizer Winzer.
Enttäuschte Winzer
Die Weinbauern, die seit Montag den Bundesplatz in Bern blockierten, zogen nach dem Treffen mit Couchepin ab. Die Winzer zeigten sich von der Haltung Couchepins enttäuscht und erklärten, sie würden weiter für ihre Anliegen kämpfen.
Einer der Organisatoren der Kundgebung wertete es allerdings als Erfolg, dass Couchepin am kommenden 26. September Vertreter des Schweizerischen Weinbauern-Verbandes und der Westschweizer Organisation Union des producteurs suisses empfangen wolle.
Fernand Cuche, Sekretär der Westschweizer Bauernorganisation Union des producteurs suisses, rief die Winzer zu einer Kundgebung am 10. November auf. An diesem Tag trifft sich Pascal Couchepin mit Vertretern der Welthandelsorganisation WTO. Die Liberalisierung des Schweizer Weinmarkts gründet auf einem Abkommen zwischen der Schweiz und der WTO.
swissinfo und Agenturen
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