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Crossair: Piloten sagen Ja zum neuen GAV

Crossair-Piloten lenkten ein. Keystone

Der schier endlose Streit zwischen der Crossair und ihren Piloten ist beigelegt. In einer zweiten Urabstimmung nahmen die Piloten den neuen Gesamtarbeitsvertrag mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 72 Prozent an.

Die Crossair-Geschäftsleitung reagierte mit Erleichterung.

Fast genau ein Jahr nach Beginn des Lohnstreits stimmten die in der Pilotengewerkschaft CCP organisierten Crossair-Piloten dem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu, wie die Gewerkschaft CCP am Donnerstag (09.11.) mitteilte.

An der zweiten Urabstimmung hatten sich 550 der insgesamt knapp 700 gewerkschaftlich organisierten Piloten beteiligt. 72 Prozent genehmigten den GAV, 24 Prozent sagten erneut Nein.

Bei der ersten Urabstimmung vom vergangenen 20. Oktober hatten noch 63 Prozent oder 362 Piloten entgegen derEmpfehlung der Gewerkschaftsspitze den GAV abgelehnt.

Die Vertragsverbesserungen nach der ersten, gescheiterten Abstimmung seien zwar nicht substantiell, hiess es bei der CCP. Die Zustimmung bringe aber zum Ausdruck, dass die Mehrheit der Pilotenschaft dem aktuellen Geschäftsgang der Crossair Rechnung trage.

Das Ja zum GAV führe für alle Beteiligten zur dringend benötigten Verschnaufpause. Beide Vertragsparteien müssten nun beweisen, dass sie eine echte Sozialpartnerschaft leben könnten.

Der neue GAV hat eine Vertragsdauer von fünf Jahren und bringt den Piloten Lohnaufbesserungen zwischen 16 und 40 Prozent, bessere Versicherungsleistungen, mehr Ferien und Freitage, Entschädigungen für Mehrarbeit, bessere Flugdienstregelungen und eine Laufbahnplanung.

Die Lohnverbesserungen treten rückwirkend ab 1. Juli 2000 in Kraft, was für die Fluggesellschaft Mehrkosten von rund drei Mio. Franken bedeutet, wie Crossair-Geschäftsleitungsmitglied Andre Dose auf Anfrage sagte.

Die rückwirkende Lohnerhöhung war das einzige Zugeständnis der Crossair-Spitze nach der ersten Urabstimmung.

Erleichterung bei Crossair-Führung

Mit Erleichterung nahm die Crossair-Führung vom Ausgang der Urabstimmung Kenntnis. Damit sei die Grundlage für die zukünftige Entwicklung der Fluggesellschaft gelegt.

Festgehalten wird an den bereits angekündigten Restrukturierungsplänen. Die Crossair will laut Dose fünf bis zehn Flugzeuge verkaufen und einzelne Fluglinien nicht mehr bedienen oder den Flugplan ausdünnen. Damit verbunden ist der Abbau von 200 bis 300 Stellen. Zu Entlassungen soll es aber nicht kommen.

Gleichzeitig will die Fluggesellschaft in den kommenden Jahren alte Maschinen ausmustern und neue Flugzeuge im Wert von rund 500 Millionen Franken kaufen. Diese Neuanschaffung könne jetzt an die Hand genommen werden.

Erfreut über den Abstimmungsausgang bei ihrer Tochtergesellschaft zeigte sich die Luftverkehrsholding SAirGroup. «Wir hoffen, dass damit der Startschuss zur Gesundung der Crossair im Sinne einer Rückkehr zum sozialen Frieden gegeben ist», sagte SAirGroup-Sprecher Urs Peter Naef.

Die Crossair-Piloten hatten den, nach zehnmonatigem Seilziehen und Streikdrohungen, ausgehandelten GAV am vergangenen 20. Oktober in einer Urabstimmung mit fast einer Zweidrittelsmehrheit verworfen. Der damals ausgehandelte GAV hätte den rund 950 Crossair-Piloten eine Lohnerhöhung in drei Schritten bis zum Jahr 2005, bessere Versicherungsleistungen, mehr Ferien und Freitage, Entschädigungen für Mehrarbeit, bessere Flugdienstregelungen und eine Laufbahnplanung gebracht.

swissinfo und Agenturen

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