Crossair-Überfall: Banknoten und Gold geraubt
Der Flug SR3879 hätte nicht nur Passagiere nach Zürich-Kloten bringen sollen: Ebenfalls mitkommen sollten mehrere Kilogramm Banknoten und Goldbarren. Auf diesen Werttransport hatten es die Täter abgesehen.
Angestellte einer Sicherheitsfirma wurden gemäss Mitteilungen luxemburgischer Behörden gegen 06.30 Uhr von mehreren mit Maschinenpistolen und Panzerfäusten bewaffneten Tätern angegriffen, als Gold und Banknoten in eine Saab-2000 der Schweizer Regionalfluggesellschaft Crossair verladen wurden.
Laut einem Crossair-Sprecher handelte es sich beim Transportgut um mehr als 70 Kilogramm Goldfäden und 66 Kilogramm Banknoten, meist belgischer Währung.
Die Gangster näherten sich in einem weissen Lieferwagen und eröffneten sofort das Feuer auf den Wagen der Sicherheitsfirma. Unter Feuer genommen wurde auch ein Fahrzeug der luxemburgischen Luftverkehrsgesellschaft.
Die Räuber flüchteten mit der Wertsendung, über deren Wert keine Angaben vorlagen. Der Lieferwagen wurde später ausgebrannt aufgefunden.
Die Räuber setzten ihre Flucht in einem zuvor in Belgien gestohlenen Wagen fort. Aus diesem wurde kurz nach dem Überfall in einem Verkehrskreisel eine vierköpfige Polizeipatrouille beschossen; ein Beamter wurde schwer verletzt, ein zweiter erlitt einen Streifschuss.
Unverletzt blieb ein Autofahrer, dessen Wagen ebenfalls mehrmals getroffen wurde. In einem zweiten Verkehrskreisel rammte das Fluchtfahrzeug einen Linienbus; der Beifahrer des Fluchtautos wurde verletzt, flüchtete aber in einen angrenzenden Wald.
Der Fahrer versuchte, ein weiteres Fahrzeug zu kapern, das wegen der Kollision hatte anhalten müssen. Er wurde jedoch von einer Polizeipatrouille überwältigt.
Am Nachmittag wurde nach weiteren Tätern gefahndet, unterstützt durch einen deutschen Polizei- sowie einen Rettungshelikopter.
Das Crossair-Flugzeug, das um 06.55 Uhr im Auftrag der Swissair unter der Kursnummer SR3879 nach Zürich-Kloten hätte starten sollen, wurde laut Crossair-Sprecher Andreas Schwander bei der Schiesserei nicht getroffen.
Dies habe eine Untersuchung durch Crossair-Techniker und die Polizei ergeben.
Als die Schiesserei begann, befand sich der Captain auf einem Kontrollrundgang um das Flugzeug. In dessen Innern befanden sich der Co-Pilot und die Kabinenbesatzung; Passagiere waren noch nicht an Bord.
Alle Besatzungsmitglieder wurden von der Polizei befragt und von Spezialisten betreut. Der Flug SR3879 wurde annulliert; 37 Passagiere wurden auf andere Flüge umgebucht.
swissinfo und Agenturen
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