«Die Schweiz ist gewillt, zu handeln»
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey bekräftigt den festen Willen der Schweiz, beim Bankgeheimnis tätig zu werden. In einem Interview in der Samstagsausgabe von Le Temps erklärte sie, die Schweiz wolle nicht trödeln.
Die Schweiz habe ein Interesse daran, die gleichen Rahmenbedingungen wie andere Finanzplätze zu haben. Der Eintrag in die Graue Liste zeige, dass das Land Massnahmen ergriffen habe, diese aber noch umsetzen müsse, so Calmy-Rey. Die Neuverhandlungen von 74 Doppelbesteuerungs-Abkommen bräuchten aber Zeit.
Die grosse Überraschung bildeten für sie die Länder auf der Weissen Liste, sagte sie der Zeitung weiter. Es sei offenbar viel einfacher, sich mit einem kleinen Land anzulegen, als mit einer Grossmacht. Sie werde den Verdacht nicht los, dass hinter den Listen ein gewisses Mass an Willkür stecke.
Bundesrat Pascal Couchepin sagte gegenüber dem Westschweizer Radio RSR, er bedaure es, dass die OECD «zu einer Ratingagentur degradiert» worden sei. Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit sollte vielmehr ein Think Tank sein und Mittel für einen Weg aus der Krise finden.
Die Schweiz ist mit verschiedenen weiteren Ländern – darunter Österreich, Luxemburg und Liechtenstein – auf der Grauen Liste jener Staaten gelandet, welche die OECD-Anforderungen noch nicht erfüllen, aber einsichtig sind.
swissinfo und Agenturen
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