«Eber statt Kastraten»
Schweinefleisch kann auch ohne Kastration gut sein. Konsumenten äusserten sich positiv über die Qualität des Fleisches, das im Rahmen des kagfreiland-Projekts "Eber statt Kastraten" produziert wurde.
Jährlich werden in der Schweiz 1,3 Mio. Ferkel ohne Betäubung kastriert. Fleisch von unkastrierten Schweinen stinke, heisst es. Mit dem Projekt «Eber statt Kastraten» will kagfreiland eine Produktionstechnik finden, mit welcher der unangenehme Geruch des Fleisches von unkastrierten Schweinen vermieden und den Tieren die Tortur der Kastration künftig erspart werden kann.
Auf sieben kagfreiland-Betrieben wurden 39 Jungeber mit speziellem Futter gemästet. Sie wuchsen schneller als kastrierte Schweine, dies laut Projektleiter Hans-Georg Kessler eine bekannte Erfahrung bei der Ebermast. Geschlachtet wurden die Tiere vor der Geschlechtsreife, nach 170 Tagen. «Stinker» wurden bei den Kochtests der Fettproben keine gefunden.
Die Noten gut bis sehr gut verteilten auch die Konsumentinnen und Konsumenten, die das Jungeberfleisch assen. Das Fleisch rieche zwar kräftig, aber nicht unangenehm, erklärte eine Konsumentin. Ein Metzger sagte, er habe Jungeberfleisch an über 500 Kunden verkauft und keine einzige Reklamation erhalten. Im Gegenteil: Sie schätzten den mageren Speck der fettärmeren Jungeber.
swissinfo und Agenturen
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