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Ende im Streit zwischen Swiss und den Regionalpiloten

Swiss-Piloten: identischer Blick auf die Piste, unterschiedliche Löhne. Keystone

Die Regionalpiloten der Swiss haben dem neuen Gesamtarbeitsvertrag zugestimmt. Der Vertrag setzt einen Schlussstrich unter einen langen Konflikt. Er tritt am 1. Juli in Kraft.

Seit der Gründung der Swiss im Jahr 2002 fühlten sich die Piloten der ehemaligen Regionalfluggesellschaft Crossair schlechter gestellt als die Ex-Swissair Piloten.

Die Zustimmung zum neuen Gesamtarbeitsvertrag kam am Montag mit 84% der gültigen Stimmen zustande, wie Andreas Thurnheer, Verhandlungsleiter der «Interessengemeinschaft für einen GAV» (IG pro GAV), auf Anfrage erklärte.

Der Vertrag tritt nach Angaben der Swiss Anfang Juli 2007 in Kraft und ist drei Jahre gültig. Er stehe sämtlichen Piloten der Swiss European offen, sagte Swiss-Sprecher Franco Gullotti. Die Flotte besteht aus 23 Flugzeugen und 237 Piloten.

Der Vertrag bringe den Piloten gegenüber dem heutigen Einzelarbeitsvertrag Verbesserungen bei den Arbeitszeiten, beim Lohn, den Ferien und der Pensionskasse, erklärte Gullotti. Sie erhielten zudem stärkere Mitwirkungsrechte.

Ende 2006 hatten die Regionalpiloten einen GAV-Entwurf noch abgelehnt. Verglichen mit jenem Entwurf hätten sie Verbesserungen erreichen können, sagte Thurnheer: Günstigere Konditionen gebe es bei den Einsatzregeln, den Ferien und beim Salär.

Weniger Lohn

Was Einsatzbedingungen und Ferien betreffe, hätten sie nun die gleichen Bedingungen wie die ehemaligen Swissair-Piloten im Europageschäft, zog Thurnheer Bilanz. Lohn erhielten sie allerdings weiterhin weniger: «Das war aber von Anfang an klar.»

Die Einsicht, dass es das Fundament eines GAV brauche, habe den Ausschlag gegeben, sagte Thurnheer. «Es ist ein gutes Resultat und gibt uns die Chance, etwas aufzubauen.» Nun werde Ruhe im Verhältnis zur Swiss eintreten.

Der neue Sozialpartner der Swiss vertritt momentan knapp zwei Drittel der Regionalpiloten.

Jahrelanger Leidensweg

Die Swiss zeigte sich erfreut über den Entscheid der ehemaligen Crossair Piloten. «Der Vertrag ist die Basis für die nachhaltige Entwicklung von Swiss European», sagte Swiss-Sprecher Gullotti. Er sei letztlich auch die Voraussetzung gewesen, dass die Fluggesellschaft weiterhin in das Regionalsegment investiere.

Der neue GAV war Ende April nach intensiven Verhandlungen zwischen der Swiss und der IG-pro-GAV zustande gekommen. Damit gelang nach einem jahrelangen Leidensweg der Durchbruch im Verhältnis zwischen den ehemaligen Crossair-Piloten und der Swiss-Führung.

Das Verhältnis war schon seit der Gründung der Swiss getrübt: Die Ex-Crossair-Piloten kritisierten die schlechtere Behandlung der Regionalpiloten gegenüber den Airbus-Piloten, die aus dem ehemaligen Swissair-Korps hervorgingen.

Höhepunkt des Streits war im September 2006, als die Regionalpiloten für einen Tag streikten. Dazu ist noch immer eine Klage der Swiss gegen die Pilotengewerkschaft Swiss Pilots hängig.

swissinfo und Agenturen

Im August 2005, ein halbes Jahr nach der Übernahme durch die Lufthansa, redimensioniert Swiss ihre Regionalflotte (ex-Crossair).

Im Oktober 2005 lagert Swiss die Regionalflotte aus und nennt sie Swiss European.

Im Dezember 2005 verständigen sich die Swiss und die Piloten der Regionalflotte, Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) aufzunehmen.

Im März 2006 nehmen die Piloten einen von Swiss und der Gewerkschaft Swiss Pilots ausgehandelten Vertrag an, der Einschnitte bei den Löhnen bedeutet hätte.

Der Vertrag tritt jedoch wegen Wahlbetrugs nicht in Kraft.

Deshalb gelten seit April für die Regionalpiloten Einzelarbeitsverträge.

Der Konflikt gipfelt am 26. September 2006 in einem Pilotenstreik, an dem sich 78 Piloten beteiligten.

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