Exil-Tibeter fordern Verzicht auf Weltbankprojekt
Verschiedene Organisationen von Exil-Tibetern in der Schweiz haben die Weltbank aufgefordert, auf die Finanzierung eines Umsiedelungsprojekts in China zu verzichten. Die Weltbank wird am Donnerstag (06.07.) über den umstrittenen Kredit entscheiden.
In einer Medienmitteilung verlangen die Organisationen der Exil- Tibeter vom Bundesrat, dass der Schweizer Vertreter bei der Weltbank angewiesen wird, das Darlehen abzulehnen. An dem Projekt war schon mehrfach Kritk laut geworden.
China will mit dem Geld die Umsiedelung von rund 60’000 Menschen in die Dulan-Region finanzieren. Die Exil-Tibeter- Organisationen befürchten massive Benachteiligungen der dort lebenden Tibeter und Mongolen sowie erhebliche Umweltschäden.
Nach massiver Kritik hatte die Weltbank den Entscheid über die Finanzierung des «Western China Poverty Reduction Project» im vergangenen Jahr aufgeschoben und weitere Abklärungen in Auftrag gegeben.
Diese hätten «schockierende Ergebnisse» zu Tage gebracht, hatte die Entwicklungsorganisation Erklärung von Bern (EvB) letzte Woche bekannt gegeben.
Eine Untersuchung des Projekts durch die interne Beschwerdeinstanz der Weltbank zeige, dass das Projekt sieben wesentliche bankinterne Richtlinien verletze – unter anderem die Richtlinien über die unfreiwillige Umsiedlung, den Schutz indigener Bevölkerungsgruppen und der Umweltverträglichkeit, hatte die EvB erklärt.
swissinfo und Agenturen
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