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Hochwasser im Wallis: Keine Lebenszeichen mehr in Gondo

Die Rettungsarbeiten in Gondo sind heikel und schwierig. Keystone

Über 60 Stunden nach dem Erdrutsch in Gondo hoffen die Rettungskräfte weiter auf Überlebende. Rund 70 Helfer haben die ganze Nacht über nach einer Frau gesucht, die sich am Montag (16.10.) mit Klopfzeichen bemerkbar gemacht hatte.

Wie die Kantonspolizei mitteilte, haben die Retter jedoch seit Stunden kein Lebenszeichen mehr von einer eingeschlossenen Frau gehört. Die Überlebens-Chancen der Vermissten in Gondo sinken stündlich.

Mit Sägen, Schaufeln und ihren Händen gruben die Rettungskräfte vorsichtig einen Tunnel durch die Überreste eines vierstöckigen Hauses. Die Arbeiten sind aber äussert schwierig.

Eine falsche Bewegung könnte zu einem neuen Einsturz führen und die Frau töten, sagte ein Polizeisprecher.

Nach den Unwettern vom Wochenende werden im Wallis insgesamt noch 13 Personen vermisst, elf davon in Gondo. Drei Menschen wurden bisher tot geborgen. Von den 3’000 evakuierten Menschen konnte bisher erst ein Drittel in ihre Häuser zurückkehren.

Im Rest des Kantons hatte sich die Lage im Laufe des Montags entspannt. Der Wasserstand der über die Ufer getretenen Rhone sank um 60 Zentimeter.

Eine Kaltfront sorgte dafür, dass der Niederschlag oberhalb von 2’000 Metern als Schnee niederging und sich damit nicht unmittelbar in die übervollen Flussbetten ergoss.

Wegen der Unwetter ist im Wallis auch der Telefonverkehr beeinträchtigt. Auch beim Brief-, Paket- und Postautoverkehr gibt es Verzögerungen.

BVZ-Strecke voraussichtlich bis Ende Jahr unterbrochen

Die Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ) stellt sich auf monatelange Reparaturarbeiten ein. Die Schäden auf der BVZ-Strecke sind nach Auskunft von Bahnsprecher Dominik Chanton gewaltig.

Die Bahn schreibt in einer Mitteilung, dass ab Donnerstagmorgen voraussichtlich der Pendelbetrieb Täsch-Zermatt wieder aufgenommen werde. Die restliche Strecke werde je nach Stand der Arbeiten kontinuierlich mit Bahn oder Ersatzbussen geöffnet werden.

Vor Ende Jahr sei kaum mit einem durchgehenden Normalbetrieb zu rechnen. Das Bahntrassee ist auf 15 von insgesamt 44 Kilometern beschädigt. Die Schäden werden auf mindestens 10 Mio. Franken geschätzt.

Die Bahn hofft, ab Donnerstag (19.10.) den Pendelbetrieb zwischen Täsch und Zermatt wieder aufnehmen zu können. Die Strasse war am Dienstag noch unterbrochen. Die BVZ organisierten aber bereits Ersatzbusse, die auf der Strecke Visp-St. Niklaus zum Einsatz kommen.

Schienenverkehr normalisiert sich

Laut SBB verkehren die Züge seit Dienstagmorgen wieder zwischen Lausanne und Sierre. Der stark beschädigte Streckenabschnitt Sierre-Brig bleibt hingegen noch für rund zwei Wochen gesperrt.

Auf der Simplonstrecke wurde bereits für Mittwoch mit der Wiederaufnahme des Schienentransits gerechnet. Dies sei voraussichtlich möglich, weil die Schäden auf der Südseite des Simplontunnels geringer ausgefallen seien als ursprünglich angenommen.

Tagesreisende aus der Westschweiz mit Ziel Italien wurden allerdings aufgefordert, weiterhin die fahrplanmässigen Züge via Zürich – Gotthard zu benützen.

Auch mit dem Auto ist das Wallis wieder besser erreichbar

Auf der anderen Seite des Rhonetals ging am Dienstag um 05.00 Uhr die Strasse von Steg nach Goppenstein und damit zum Autoverlad durch den Lötschberg wieder auf. Bei der Durchfahrt in Steg muss allerdings bis auf weiteres mit starken Behinderungen gerechnet werden, wie die Führungsstäbe der Gemeinden Steg und Gampel mitteilten.

Weiterhin gesperrt blieben die Simplonpassstrasse, die Strasse Brig – Oberwald zwischen Naters und Lax sowie die Strasse Visp – Saas Fee und andere Strassen in den Walliser Seitentälern.

Wieder offen ist auch die Walliser Autobahn A9, die Strasse konnte zwischen Martigny und Bex geräumt werden.

swissinfo und Agenturen

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