ISMM- und ISL hinterlassen riesigen Schuldenberg
Der konkursite Sportvermarktungs-Gigant ISMM in Zug und seine Tochterfirma ISL Worldwide hinterlassen zusammen Forderungen von über einer Milliarde Franken. Aktiven hat man noch rund 16 Mio. Franken gefunden.
An den Gläubigerversammlungen vom Mittwoch (04.07.) in Zug wurde bekannt, dass sich die Forderungen nach provisorischen Berechnungen gegenüber der ISMM (Holding) auf rund 410 Mio. Franken und gegenüber der ISL Worldwide (Sportvermarktungsrechte) auf rund 773 Mio. Franken beläuft.
Dem stehen Aktiven von insgesamt etwa 16 Mio. Franken gegenüber. Weil die Eingabefrist noch bis am 16. Juli läuft und noch Schadenersatz-Forderungen möglich sind, dürften sich die Forderungen weiter erhöhen, erklärten Vertreter der Sachwalterin, der Ernst & Young Basel.
Bei den Angestellten steht die ISMM nach heutigen Kenntnissen mit 2,1 Mio. Franken in der Kreide. Bei der ISL dürften sich die geschätzten 7,0 Mio. Franken noch reduzieren, weil ein Teil der 159 Mitarbeiter von der Fifa Marketing AG übernommen wurden.
Ein Dutzend Banken
Wichtigster Gläubiger ist ein Syndikat von 12 Banken. Neben ausländischen Banken gehören zu dieser Gruppe auch die UBS sowie die Kantonalbanken von Zürich, Zug, Luzern, Genf und Waadt.
Die ISMM-Holding ist ein verflochtenes Gebilde mit Dutzenden von Firmen in der ganzen Welt. Sie beschäftigte 595 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und war unter anderem auch im europäischen und Weltfussball engagiert.
In Zug sind neben der Dachgesellschaft ISMM und der ISL Worldwide auch die ISMM Interactive, die ISL Marketing (Tennis) und die Zwischenholding ISL International in Konkurs. Ein Teil der Firmen funktionierte (oder auch nicht) ohne Personal.
Der Richter hatte den Konkurs am 21. Mai verhängt. Die SMM hatte sich unter anderem wegen Fehlinvestitionen im Tennis überschuldet. Wegen mangelnder Liquidität stiegen zudem die Verbindlichkeiten der Holding gegenüber den Töchtern an.
swissinfo und Agenturen
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