Kalter Stellenabbau bei ABB löst Kurssturz aus
Ein am Mittwoch (11.07.) bekannt gewordener Anstellungsstopp beim weltweit tätigen Technologiekonzern ABB hat an der Börse einen Kurssturz ausgelöst. ABB ersetzt weltweit seit Anfang Monat mehrere hundert Abgänge nicht mehr und will damit vor allem die Kosten senken, wie ein Konzernsprecher erklärte.
ABB-Sprecher Thomas Schmidt sagte, mit dem seit Anfang Monat in Kraft stehenden Anstellungsstopp würden die Vorteile der neuen Konzernorganisation und die damit möglichen effizienteren Prozesse ausgenützt. «Wir können mit weniger Leuten das gleiche tun wie bisher», sagte er. Nun wird laut Schmidt die normale Fluktuation ausgenützt, die letztes Jahr im Konzernschnitt etwa 500 Stellen pro Monat betraf. Entlassungen sind nicht geplant.
Der Abbau sei weder stellenmässig quantifiziert noch zeitlich begrenzt. Er werde so lange dauern, «bis wir eine neue Balance gefunden haben», sagte Schmidt. Ein konkretes Kosten-Senkungsziel gebe es ebenfalls nicht. Die Schweiz werde gemäss ihrem Anteil von ungefähr fünf Prozent des konzernweiten Personalbestands von 160’000 Beschäftigten betroffen.
ABB-Aktie im Sinkflug
Die Aktien des weltweit tätigen Technologiekonzerns ABB erlebten einen Kurssturz. Der Kurs sackte an der Londoner virt-x-Börse zeitweise um zehn Prozent auf 22,30 Franken ab. Bei Handelsschluss lag die ABB-Aktie auf dem neuen Jahrestiefstwert von 23,40 Franken. Das entsprach einem Kursverlust von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorabend und einem Einbruch von 47,3 Prozent im Vergleich zum diesjährigen Höchstkurs.
Die Finanzmärkte hatten bereits im letzten April enttäuscht auf die ABB-Zahlen des ersten Quartals reagiert. Der Reingewinn schnellte zwar um 151 Prozent auf 138 Mio. Dollar, doch war dies vor allem auf rückläufige Auswirkungen der nicht weiter geführten Aktivitäten zurückzuführen. Der Gewinn aus weiter geführten Aktivitäten sank um zwei Prozent auf 201 Mio. Dollar. Der Betriebsgewinn wuchs um sechs Prozent auf 334 Mio. Dollar, die Betriebsgewinn-Marge um 0,2 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 5,380 Mrd. Dollar.
swissinfo und Agenturen
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