Kein Spitzenjahrgang – aber guter Durchschnitt
Kein Spitzenjahrgang, aber anständiger Durchschnitt: So dürfte der diesjährige Schweizer Wein daherkommen. Dank tieferen Mengen-Begrenzungen für alle Sorten und Regionen sowie dank eines warmen Augusts verspricht das Weinjahr 2001 gutes Mittelmass.
Im Kanton Genf hat die Weinlese für Spezialitäten wie Schaumweine in diesen Tagen bereits begonnen; in den anderen Regionen dürfte sie je nach Witterung in der ersten Oktoberhälfte starten, wie Pierre-Yves Felley, Direktor des Schweizerischen Weinbauern-Verbandes (SWBV), am Freitag sagte.
Die Trauben seien gesund, Fäulnis sei bisher ausgeblieben, und der Zuckergehalt sei normal, erklärte Felley. Wenn das Wetter in den nächsten Wochen mitspiele, könne sich die Qualität noch weiter verbessern.
Zuckeranteil bisher geringer als 2000
Während nach Felleys Worten in einzelnen Regionen immer noch ein kleiner Reifevorspung besteht, beklagen andere – wie etwa die Neuenburger Weinbauern – das Gegenteil: Betrug der Zuckeranteil beim Pinot noir letztes Jahr um die gleiche Zeit bereits 87,4 Oechsle, liegt er heuer erst bei 74,9; beim Chasselas wurden 63 gegenüber 70,7 im letzten Jahr gemessen.
In ähnlichem Rahmen bewegt sich der Zuckergehalt in anderen Regionen, wie «Agri», das offizielle Organ der Westschweizer Landwirtschaftskammern, in seiner Freitagausgabe berichtet.
Gemäss Stichproben vom 17. und 18.September lag der Oechslegrad beim Chasselas demnach bei 61,0 im Kanton Genf, bei 63,6 in der Waadt und bei 69,4 im Wallis. Beim Pinot noir wurden in Genf 74,3, in der Waadt 75,3 und im Wallis 81,9 Oechsle gemessen.
Letztes Jahr, das als ein Spitzenjahr gilt, wurden beim Pinot noir zum Beispiel Ochslegrade von über 100 gemessen.
Ertragsmengen reduziert
Angesichts übervoller Weinlager wurden die maximalen Ertragsmengen pro Quadratmeter in diesem Jahr herabgesetzt. Die Erträge dürften deshalb geringer ausfallen als in anderen Jahren. Im Kanton Wallis zum Beispiel gehen die Weinbauern von Erträgen aus, die unter dem Zehnjahres-Durchschnitt liegen.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch