Lohnschere klafft weiterhin auseinander
Die Wirtschaftskrise hat in den Augen von Travail.Suisse an den Lohnexzessen der Manager nichts geändert. Der Gewerkschaftsdachverband fordert deshalb, dass die Arbeitnehmenden im Verwaltungsrat Einsitz nehmen.
Das Lohnkartell der Manager funktioniere weiterhin, sagte Verbandspräsident Martin Flügel vor den Medien in Bern. Er verwies dabei auf die durchgeführte Untersuchung der Gehälter des Top-Managements von 27 grossen Schweizer Unternehmungen.
Zwar sind demnach die Gehälter der Konzernleitung durchschnittlich um 4% gesunken, und die Differenz zwischen Tiefstlohn und mittlerem Lohn der Konzernleitung innerhalb einer Firma nahm um 6% ab.
Die Lohndifferenzen bleiben gross – am grössten ist der Unterschied zwischen hohen und tiefen Löhnen bei der Grossbank Credit Suisse: Konzernleitungs-Mitglieder verdienen dort 195 Mal mehr als Mitarbeitende der untersten Chargen.
Konzernleitungsmitglieder verdienten laut Travail.Suisse letztes Jahr 83% mehr als noch 2002.
Für Travail.Suisse ist klar, dass die Selbstregulierung der Wirtschaft gescheitert ist. In Anlehnung an die «Abzocker-Initiative» von Thomas Minder sollen deshalb die Aktionäre über die Löhne der Geschäftsleitung bestimmen können. Auch seien Boni zu begrenzen sowie Abgangs- und Antrittsentschädigungen zu verbieten.
Einen Weg, um mit überrissenen Managergehältern Schluss zu machen, sieht der Verband insbesondere in der Vertretung der Arbeitnehmenden in den Verwaltungsräten.
swissinfo.ch und Agenturen
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