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Medikamenten-Streit zu Ende

Viracept wird nun doch in Brasilien abgegeben. Keystone

Der Streit zwischen dem Basler Pharmamulti Roche und der brasilianischen Regierung um das Aids-Medikament Viracept endet mit einem Kompromiss. Nach einer Preissenkung um 40 Prozent will Brasilien auf die Herstellung eines Generikas verzichten.

Dank der Einigung sei die Versorgung des brasilianischen Anti-Aids-Programmes mit Viracept zu reduzierten Tarifen gesichert, teilte Roche mit. Im Gegenzug werde das brasilianische Gesundheits-Ministerium den Patentschutz respektieren. Laut dem brasilianischen Gesundheits-Minister Jose Serra spart Brasilien dank der Preisreduktion jährlich 13,8 Mio. Dollar (22,9 Mio. Franken). Damit sei es für Brasilien nun billiger, Viracept von Roche zu kaufen, anstatt es selber zu produzieren.

Die Einigung sei für beide Seiten akeptabel und sichere die Fortsetzung des erfolgreichen Anti-Aids-Programmes der brasilianischen Regierung, wurde der Präsident von Roche Brasilien, Ernest Egli, in der Roche-Mitteilung zitiert. Angesichts der grossen Nachfrage nach Viracept in Brasilien werde Roche im nächsten Jahr mit der lokalen Produktion des Medikamentes starten.

Vor einer Woche hatte Brasilien damit gedroht, Roche das Patent zu entziehen und das Medikament selber herzustellen. Zuvor waren die sechs Monate langen Verhandlungen über eine Preissenkung gescheitert. Roche hatte eine Reduktion von 33 Prozent geboten. Vor zwei Wochen hatten brasilianische Wissenschafter bekannt gegeben, dass es ihnen gelungen sei, das Medikament zu kopieren.

Viracept, das in Europa unter dem Namen Nelfinavir vertrieben wird, ist Teil eines Medikamenten-Cocktails, der Aids-Kranken in Brasilien gratis abgegeben wird. Für sein Anti-Aids-Programm, an dem im vergangenen Jahr 90’000 Patienten teilnahmen, hat Brasilien internationale Auszeichnungen erhalten. Die Zahl der Aids-Toten sank in den letzten vier Jahren von 11’024 auf 4’136. Brasilien hat die höchste Zahl an Aids-Infizierten in Lateinamerika.

swissinfo und Agenturen

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