The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Neu bilaterale Verhandlungsrunde eröffnet

Nun sind die "Leftovers" an der Reihe. Keystone

Die Schweiz und die EU verhandeln über bessere Handels-Bedingungen für verarbeitete Agrarprodukte: Ein Treffen in Brüssel gab den Startschuss für die neue bilaterale Verhandlungsrunde Schweiz-EU.

Die Gespräche vom Mittwoch (18.07.) waren das erste formelle Unterhändlertreffen im Rahmen der neuen Bilateralen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU). Insgesamt umfassen diese zehn Dossiers. Die verarbeiteten Agrarprodukte sind dabei eines der «Leftovers», der bisherigen sieben bilateralen Abkommen Schweiz-EU.

Milchpulver, Schoggi, Limonade

Dabei gehts um Produkte wie Milchpulver, Schokolade, Müesli, Suppen oder Limonade, neu allenfalls auch um löslichen Kaffee, Spirituosen, Knoblauchpillen und ähnliches. Die verarbeiteten Landwirtschaftsprodukte unterliegen nicht dem Freihandel wie Industrieprodukte, sind aber auch nicht zollgeschützt wie Agrarprodukte.

In einem Protokoll zum Freihandelsabkommen von 1972 wurde vielmehr für den Industrieanteil der Schutz aufgehoben und bei den Agrarrohstoffen für die Preisdifferenzen ein Ausgleichs-Mechanismus geschaffen. Schon länger ergeben sich dabei aber Probleme, wie der Schweizer Delegationschef Willy Tinner vor den Medien erklärte.

Uneinig bei Preisausgleich

Die Schweiz will daher nun die teils hohen Abschöpfungen und Beiträge beim Preisausgleich verringern, die die Exporte verteuern. Zugleich wird auch über eine Ausdehnung auf weitere Produkte verhandelt.

Beim Preisausgleich beständen jedoch indes nach wie vor Differenzen, sagte der Resssortleiter im Staatssekretariat für Wirtschaft (seco). So wolle die EU eine gewisse Entsprechung zu Abkommen mit andern Ländern etwa in Osteuropa oder im Mittelmeerraum. Die Schweiz fordert derweil vor allem gleiche Wettbewerbsbedingungen.

Milliarden-Märkte

Im übrigen bestehe aber «zu 99 Prozent Einigkeit», sagte Tinner. Das Interesse sei bei beiden Seiten gegeben: Die Schweiz ist der zweitgrösste Absatzmarkt der EU in diesem Bereich mit Importen von über einer Milliarde Franken im Jahr 2000, die Schweizer Exporte nach der EU machten rund das Doppelte aus. Ein neues Treffen ist in der ersten Oktoberhälfte vorgesehen.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft