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Neue Schockwellen auf den Finanzmärkten

Ein Aktien-Händler an der Frankfurter Börse am Freitag. Keystone

Der freie Fall der Aktienkurse hat sich auch am Freitag ungebremst fortgesetzt. Zukunftsängste lösten an den Börsen einen neuen Kurssturz aus, der in Europa erst am Nachmittag gebremst wurde. Auf den Devisenmärkten kam es zu einer verstärkten Flucht in den Schweizer Franken.

Der Swiss Market Index (SMI) sackte am frühen Freitagnachmittag erstmals seit über vier Jahren unter die Marke von 5’000 Punkten und fiel auf ein Tagestief von 4’973,5 Punkten. Das waren 7,9% weniger als am Vorabend. Letztmals hatte der SMI am 6.Mai 1997 unter 5’000 Punkten gelegen. Zum Handelsschluss lag der SMI bei 5’110,2 Punkten und damit noch 5,4% im Minus.

Branchenübergreifender Zerfall

Am Kurszerfall waren Technologie-, Chemie- und Finanzwerte gleichermassen beteiligt. Die Sulzer-Namenaktie verlor im Vortagesvergleich 16,8%, ABB büsste 6,9% ein. Auch die Clariant-Aktie blieb nach dem Kurssturz vom Donnerstag mit einem Minus von 8,2% unter Druck. Noch mehr, nämlich 13,1%, gab Ciba preis. Die Credit Suisse Group verlor 8,6%. Die Aktie der Rentenanstalt fiel um 12,0%.

Erneut wurden von Experten die Unsicherheiten über einen möglichen militärischen Gegenschlag der USA nach der Terrorserie in New York und Washington, Ängste vor weiteren Anschlägen sowie Rezessions-Befürchtungen für den rasanten Kursverfall verantwortlich gemacht.

Die Schweizer Börse führte am Freitag die Verlustliste der wichtigsten Aktienmärkte in Europa an. Die Indizes in London, Frankfurt und Paris, die vorübergehend zwischen 5% und 6% eingebüsst hatten, waren am Abend noch 1,6% bis 2,6% im Minus.

Flucht ins Land des Frankens

Mit grosser Sorge verfolgten die Schweizerische Nationalbank und die Ökonomen die neue Flucht in den Schweizer Franken. Vor allem der Euro verlor zeitweise mehr als drei Rappen und erreichte neue historische Tiefstkurse. Gegen 17.00 Uhr lag der Euro bei 1,4470 Franken, verglichen mit 1,4733 Franken am Vorabend.

Der Dollar tauchte vorübergehend ebenfalls um rund zwei Rappen und lag am Abend bei 1,5817 Franken, nach 1,5915 Franken am Donnerstag. Die Nationalbank verstärkte ihre Liquiditäts-Spritzen auf dem Geldmarkt.

Ökonomen, die Exportwirtschaft und der Gewerkschaftsbund sorgten sich vor allem über die beschleunigte Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro. Bei einem Anhalten der gegenwärtigen Kursrelation müsse mit weiteren Einbussen im Export und negativen Folgen für die Gesamtwirtschaft gerechnet werden, sagten sie. Vereinzelt wurde eine isolierte Zinssenkung der Nationalbank angeregt.

swissinfo und Agenturen

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