Neue Variante des «I LOVE YOU»-Virus
Eine neue Variante des "I LOVE YOU"-Virus zielt auf e-banking-Kunden der Schweizer Grossbank UBS. Es verbreitet sich über das E-Mail Programm Microsoft Outlook und leitet Kontoinformationen an die Urheber.
Das Virus trägt die Betreffzeile «Resume» und enthält einen in deutsch verfassten Lebenslauf eines angeblichen Jobbewerbers in Zürich. Sobald das Attachment mit dem Namen «resume.txt.vbs» geöffnet wird, versucht das Virus, Streichlistennummern – also Teile der Zutrittsverschlüsselung – aus dem UBS-Pin-Modul zu stehlen, wie die UBS am Donnerstag (17.08.) in einem Communiqué mitteilte.
Laut der Grossbank ist nur ein kleiner Teil der e-banking-Kunden gefährdet, da die überwiegende Mehrheit keine UBS-Pin-Software einsetzte. Eine konkrete Zahl lasse sich nicht abschätzen, sagte UBS-Sprecher Rudolf Bürgin auf Anfrage.
Noch keine Schadensmeldungen
Schadensmeldungen lägen noch keine vor. Der Zugriff misslinge, wenn der Benutzer UBS-Pin gemäss der Installationsanleiung eingerichtet hat, also die Streichlistennummern nicht auf der Harddisk gespeichert sind.
Die Grossbank habe Virenfilter aktiviert und damit eine Ausbreitung des Virus in der UBS verhindert. Man bereite rechtliche Schritte gegen die unbekannten Täter vor, hiess es weiter.
Die UBS bittet ihre Kunden, die auf ihrem PC UBS Pin einsetzen und das genannte Mail-Attachment geöffnet haben, ihr e-banking-Konto durch dreimalige Eingabe eines falschen Passwortes sofort zu sperren und sich zu melden.
Der erste «I LOVE YOU»-Virus hatte Anfang Mai nach Schätzungen von Experten rund rund zehn Milliarden Dollar an Schäden angerichtet. Mindestens 45 Millionen Rechner waren befallen.
swissinfo und Agenturen
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