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OECD: Schweiz muss Wettbewerbs-Fähigkeit verbessern

OECD erteilt der Schweizer Wirtschaft gute Noten fordert aber auch mehr Wettbewerb. Keystone

Gute Noten der OECD-Experten für die Schweiz: Dank der durchgeführten Reformen habe sie die Möglichkeit, ihr Wirtschaftspotenzial so stark auszunützen wie nie zuvor im letzten Jahrzehnt. Die Wettbewerbs-Fähigkeit müsse jedoch erhöht werden.

Dies geht aus dem Länderbericht der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hervor, der am Donnerstag (14.12.) veröffentlicht wurde.

Nach einer enttäuschenden Entwicklung in den letzten zehn Jahren habe die Konjunktur ab dem zweiten Halbjahr 1999 wieder deutlich angezogen und ein Wachstum von mehr als 3 Prozent erreicht.

Dieser höchste Rhythmus seit 1991 habe sich im laufenden Jahr fortgesetzt. Die Wirtschaft sei von den stark gestiegenen Ausfuhren und dem robusten Konsum der privaten Haushalte getragen worden, schreiben die Experten.

Erfolg auf dem Arbeitsmarkt

Dies habe auch auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Zwar sei der Beschäftigungsfortschritt gemessen an früheren Perioden des wirtschaftlichen Aufschwungs moderat. Zusammen mit einer leicht rückläufigen Erwerbsquote habe er dennoch einen «spürbaren» Rückgang der Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand sei 1992 bewirkt.

Das Wachstum dürfte weitergehen, wenn auch auf niedrigerem Niveau von 2 bis 2,5 Prozent im Durchschnitt der nächsten beiden Jahre. Die Ausgabenfreudigkeit der Haushalte dürfte wegen der gestiegenen Realeinkommen und der besseren Lage auf dem Arbeitsmarkt kräftig bleiben.

Zudem werde die Wirtschaft getragen vom anhaltend kräftigen Export, der die Unternehmen zu mehr Investitionen veranlassen dürfte, und vom Bau, der durch sowohl durch die öffentlichen Infrastrukturvorhaben als auch durch den Wohnungsbau stimuliert werde.

Kaum Inflationsschub

Im nächsten Jahr dürfte die Arbeitslosigkeit auf rund 1,75 Prozent fallen. Die Reformen der letzten Jahre hätten die Sockelarbeitslosigkeit gesenkt und das Wachstumspotenzial der Wirtschaft erhöht.

Die Teuerung habe sich in den ersten neun Monaten 2000 trotz der stark gestiegenen Ölpreise bei rund 1,75 Prozent eingependelt. Ohne Ölpreise habe die Inflation zwischen 0,3 und 0,8 Prozent betragen, womit die Schweiz eines der besten Resultate der OECD-Länder aufweise.

Eine Beschleunigung der Teuerung sei trotz Ölpreishausse kaum zu erwarten, obwohl sich die Produktionslücke in der Wirtschaft immer mehr schliesse. Risiken für die Zukunft gingen allerdings von einer schwächer als erwarteten Weltwirtschaft oder einem Höhenflug des Frankens aus, der die Exporte bremsen würde.

Mehr Wettbewerb verlangt

Trotz der insgesamt günstigen Aussichten müsse die Wettbewerbs-Fähigkeit der Schweiz gestärkt werden. Die OECD-Experten kritisieren vor allem die fehlenden Sanktionen im Wettbewerbsrecht. Ausserdem bemängelt die OECD die relativ langsame Liberalisierung des Strommarktes im internationalen Vergleich und das zu wenig griffige Binnenmarktgesetz.

Im Telekommunikationsmarkt fordert die OECD insbesondere die Liberalisierung der so genannten «letzten Meile». Dies würde die vergleichsweise hohen Kosten für den Internetzugang senken und damit ein Hindernis für die weitere Verbreitung des elektronischen Handels beseitigen.

Die Strukturreformen würden durch die bilateralen Verträge mit der EU neuen Schwung erhalten. Dabei müsse die Arbeitsmarktflexibilität erhöht und dürfe nicht durch flankierende Massnahmen behindert werden.

swissinfo und Agenturen

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