Rekordbilanz 2000
Frohe Kunde der Nationalbank: Die Ertragsbilanz der Schweiz hat im letzten Jahr mit einem rekordhohen Überschuss von 53,2 (Vorjahr 43,5) Mrd. Franken abgeschlossen. Es war der sechste Anstieg in Folge. Triebfeder waren die höheren Kapitalerträge aus Direktinvestitionen.
Die weltweit gute Konjunktur und die starke Expansion des Welthandels liessen den Güter- und Kapitalverkehr der Schweiz mit dem Ausland markant anschwellen. Das geht aus der Zahlungsbilanz 2000 hervor, die am Donnerstag (23.08.) von der Nationalbank veröffentlicht wurde.
Aussenhandel floriert
Die Warenexporte und -importe legten um mehr als 10% zu. Während sich die Exporte um 11% auf 127 Mrd. Franken erhöhten, nahmen die Importe um 13% auf 129 Mrd. Franken zu. Höhere Ölpreise und der stärkere Dollar liessen die Einfuhren anschwellen.
Der Tourismus, der die schwierigen 90-er Jahren überwunden hat, beflügelte den Dienstleistungshandel. Die Zahl der Logiernächte ausländischer Gäste nahm um 7% zu. Die Ausgaben für Ferien- und Geschäftsaufenthalte im Ausland wuchsen um 6%.
Bankerträge sprudeln
Unter dem Strich verblieb ein gegenüber dem Vorjahr beträchtlich höherer Überschuss in der Fremdenverkehrs-Bilanz von 2 Mrd. Franken. Doch auch der Dienstleistungshandel der Banken expandierte kräftig. So stiegen die Einnahmen aus dem Kommissionsgeschäft um 22%.
In der Ertragsbilanz besonders stark zu Buche schlugen jedoch die Kapitalerträge. Der Saldo der Kapitaleinkommen nahm um knapp 10 Mrd. auf 47,5 Mrd. Franken zu. Kräftig gestiegen sind die Erträge aus Wertpapieranlagen im Ausland wegen höherer Dividendenzahlungen.
Die nicht in der Ertragsbilanz enthaltenen Kursverluste auf Aktien trüben jedoch das Bild. Die Zunahme der Beteiligungen und die gute Konjunktur liessen die Erträge aus Direktinvestitionen im Ausland um 26% auf 44 Mrd. Franken in die Höhe schnellen.
Die Zins- und Dividendenzahlungen für ausländische Portfolio-Anlagen in der Schweiz stiegen um 21%. Höhere Investitionen und Dividenden-Ausschüttungen trugen zum Wachstum bei. Die Ausgaben an ausländische Direktinvestoren nahmen leicht auf 15 Mrd. Franken zu.
Kapitalverkehr expandiert
Wieder sehr dynamisch entwickelte sich der Kapitalverkehr. Die erneut kräftige Zunahme der Direktinvestitionen im Ausland und die höhere Kreditgewährung der Banken ans Ausland stechen dabei ins Auge.
Zu Buche schlugen nicht zuletzt der Kauf der US-Investmentbanken DLJ durch die Credit Suisse Group und PaineWebber durch die UBS sowie Akquisitionen der chemischen Industrie.
Kapitalfluss in die USA
Der grösste Teil des Kapitals floss in die EU, die USA sowie in die mittel- und südamerikanischen Finanzzentren. Die Investitionen in die EU blieben mit 24 Mrd. Franken praktisch stabil, während der Kapitalexport nach den USA um 19 Mrd. auf 33 Mrd. Franken stieg.
Die Portfolio-Investitionen im Ausland gingen zwar stark auf 38 (im Vorjahr 70) Mrd. Franken zurück. Sie lagen aber noch immer deutlich über dem Mittel der letzten Jahre. Im Vorjahr waren sie durch massive Wertpapierkäufe nach Einführung des Euro aufgebläht worden.
Die ausländischen Direktinvestitionen in der Schweiz nahmen ebenfalls akquisitionsbedingt um 70% auf 29 Mrd. Franken zu. Die ausländischen Portfolio-Investitionen in der Schweiz verdoppelten sich auf 18 Mrd. Franken.
swissinfo und Agenturen
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