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Sabena: «Opération de charme»

Keystone

Sabena-Angestellte haben am Donnerstag (28.06.) im Brüsseler Flughafen ihre "Charme-Offensive" gestartet. Gewerkschafter verteilte Pralinen an Passagiere der Airline. Ein Überleben der Sabena wird gegenwärtig zwischen der Swissair und dem belgischen Staat ausgehandelt.

Auf Flugblättern beschwore man die Fluggäste, das Vertrauen in die belgische Fluggesellschaft nicht zu verlieren. Eine ähnliche Aktion wollen sie auch in Zürich-Kloten durchführen.

Am Mittwoch war in Brüssel durchgesickert, dass der belgische Staat mit seinem Anteil von 50,5% an Sabena ein Hilfsangebot der Swissair Group (49,5%) als «unrealistisch» zurückgewiesen habe. Der Staat wolle in der nächsten Woche gegen die Swissair gerichtliche Schritte einleiten, falls diese keine «substanzielleren» Vorschläge unterbreiten sollte.

Swissair und der belgische Staat verhandeln derzeit über die Zukunft der defizitären belgischen Fluggesellschaft. Swissair hatte sich vertraglich verpflichtet, ihren Anteil auf 85% aufzustocken.

Neuer Termin nächste Woche

Von «sehr intensiven Gespräche» mit den Aktionären, die im Moment nicht gerade leicht vorankommen», sprach Sabena-Verwaltungsrats-Präsident Fred Chaffart. Nachdem eine Verwaltungsrats-Sitzung am Dienstag verschoben worden war, wird in Brüssel inzwischen von einem Termin erst nächste Woche gesprochen.

Swissair-Sprecher Hans Klaus hatte zuvor der Nachrichtenagentur AFX bestätigt, dass Swissair in den letzten Wochen der belgischen Regierung ein 2vertrauliches Angebot» gemacht habe. Dadurch sollte eine für beide Seiten befriedigende Lösung gefunden werden. Zum Inhalt des Vorschlags wollte er indes nicht Stellung nehmen.

Bis 1,5 Milliarden für Sanierung

Sabena brauche für ihre Sanierung mehr als 1,5 Mrd. Franken, berichtete zudem der Fernsehsender VRT am Dienstagabend. Er berief sich dabei auf den von Sabena-Chef Christoph Müller dem Sabena-Verwaltungsrat vorgelegten Sanierungsplan. Sabena bestätigte die Angaben jedoch nicht.

Laut dem Fernsehbericht soll der Verkauf der rentablen Teile von Sabena wie Sabena Technics und Catering 720 Mio. Franken einbringen. Danach müssten nochmals 790 Mio. Franken aufgetrieben werden, um den drohenenden Konkurs der Fluggesellschaft abzuwenden.

Bis zu 1’700 Stellen würden zudem gestrichen. Laut Müller wäre die Fluggesellschaft rentabel, wenn sie keine Airbus-Flugzeuge gekauft hätte. Diese sollen daher abgestossen und Langstrecken-Destinationen gestrichen werden.

swissinfo und Agenturen

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