Sabena will 2’000 Stellen streichen
Zur Sanierung der Sabena sollen in den nächsten vier Jahren bis zu 2'000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Laut belgischen Medienberichten soll auch der Flugplan ausgedünnt und die beiden Sabena-Hotels sowie die Bereiche Fracht und Catering verkauft werden.
Das definitive Ausmass des Stellenabbaus sowie die Zahl der Entlassungen ist im Moment noch nicht bekannt. Sabena-Sprecher Olivier Gillis wollte am Dienstag (07.08.01.) die Medienberichte weder dementieren noch bestätigen.
Zuerst das Personal orientieren
«Wir halten uns an strikte Spielregeln. Zuerst werden wir das Personal orientieren. Dies wird am kommenden Donnerstag geschehen. Im Anschluss daran werden wir auch den Medien Rede und Antwort stehen», sagte Gillis.
Laut den belgischen Tageszeitungen «Le Soir» und «De Morgen» hat der Sabena-Verwaltungsrat am Montag den Sanierungsplan von Konzernchef Christoph Müller abgesegnet. Dieser sehe neben der Streichung der interkontinentalen Verbindungen nach Tokio und Washington auch die Aufgabe sechs europäischer Flugziele vor.
Damit gäbe es keine direkten Flüge aus der EU-Hauptstadt nach Tokio mehr. Zudem sehe der Sanierungsplan die Verwendung kleinerer Flugzeuge vor. Laut «Le Soir» will sich die Sabena zwischen den brasilianischen Embraer und den kanadischen Bombardier entscheiden.
Die Unternehmensleitung rechnet nach Angaben der Zeitung «De Morgen» damit, dass Sabena in diesem Jahr rund 200 Mio. Euro (gut 300 Mio. Franken) Verlust einfliegen wird.
Das Swissair-Engagement
Die Sabena gehört zu 50,5 Prozent dem belgischen Staat und zu 49,5 Prozent der Swissair Group. Noch Anfang Jahr hatte die damalige SAirGroup unter der Führung von Konzernchef Eric Honegger mit dem belgischen Staat ausgehandelt, den Anteil auf 85 Prozent aufzustocken.
Mitte Juli gelang es dem neuen Swissair-Chef Mario Corti, sich aus diesem Engagement zurückzuziehen. Nach dem neuen Abkommen muss die Swissair ihren Anteil nicht aufstocken. Das hat aber seinen Preis: 390 Mio. Franken muss die Swissair der Sabena zahlen.
Zudem muss sie neun Airbus-Flugzeuge übernehmen. Weiterhin wird die Swissair 49,5 Prozent an der Sabena halten. Die Einigung war von Gewerkschaften, Fachleuten und der Börse positiv aufgenommen worden.
swissinfo und Agenturen
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