The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

SAirGroup mit fast drei Milliarden Verlust

swissinfo.ch

Die SAirGroup hat einen Verlust von 2,885 Mrd. Franken eingefahren. Das Management macht primär die Ausland-Beteiligungen dafür verantwortlich. Ein Strategiewechsel soll die angeschlagene Gruppe retten - allerdings bleibt noch vieles unklar.

Das schlechteste Jahr in der 70-jährigen Geschichte der Swissair-Muttergesellschaft wird vor allem mit den grossen Schwierigkeiten der meisten ausländischen Airline-Beteiligungen begründet. Am schlechtesten schnitten die französischen SAir-Beteiligungen ab: AOM, Air Liberte und Air Littoral machten einen Verlust von 600 Mio. Franken. Die belgische Fluggesellschaft Sabena weist einen Reinverlust von 496 Mio. Franken aus. Und bei der deutschen LTU resultierte ein Reinverlust von 342 Mio. Franken.

Aber auch die Swissair erlitt einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 195 Mio. Franken. Hinzu kommen 20 beziehungsweise 25 Mio. Franken Verlust bei Crossair und Balair. Der kumulierte Verlust im Fluggeschäft beträgt somit 1,216 Mrd. Franken.

Aktien-Handel ausgesetzt, Eigenkapital-Quote dramatisch

Der Handel mit der Aktie der SAirGroup an der Schweizer Börse ist vorerst ausgesetzt worden. Dies sei auf Antrag des SAirGroup-Konzerns geschehen, teilte die Börse mit.

Die Eigenkapital-Quote der SAirGroup hat gemäss Aussagen von Analysten ein dramatisch tiefes Niveau erreicht. Sie beträgt nach den neuen Kennzahlen noch 5,7 Prozent. Einen gesunden Konzern zeichne dagegen eine Eigenkapitalquote von 30 bis 40 Prozent aus, sagte die Analystin der Bank Sarasin, Britta Simon. Da müsse die SAirGroup dringend etwas unternehmen. Auch die Analystin von Lombard Odier, Regina Anhorn, machte bezüglich der Eigenkapitalquote einen massiven Sanierungsbedarf aus. Das Eigenkapital der SAirGroup schrumpfte innert Jahresfrist von 4’181 auf 1’160 Mrd. Franken oder um 72 Prozent.

Um den Zerfall zu stoppen, müsse die SAirGroup aus ihren Beteiligungen in Belgien und Frankreich aussteigen, sagte Simon. Ausserdem müsste mit den Banken ein Überbrückungskreditpaket geschnürt werden. Zur Sicherung des Kredits müsste die SAirGroup Teile des Konzerns veräussern, die nicht mit dem Kerngeschäft zu tun hätten, sagte Simon.

Moody’s Investors Service stuft die SAirGroup herunter. Die Bewertung für die langfristigen Erfolgsaussichten senkt die Rating-Agentur von A3 auf Baa3, die kurzfristige Leistungsfähigkeit von P-2 auf P-3.

Grund der bereits Ende Januar angedeuteten Herabsetzung seien die mittelfristig erwarteten geringeren Einnahmen sowie der bedeutende Kapitalbedarf der SAirGroup im laufenden Jahr, teilte Moody’s am Montag mit. Zudem sei es dem Flugkonzern nicht gelungen, die Partner-Airlines auf Kurs zu bringen.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft