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Starker Druck auf Schweizer Aktien

Auch der Schweizer Börse steigt das Wasser so allmählich bis zum Hals. Keystone

Die Schweizer Aktien haben am Freitag (14.09.) im Verlauf immer stärker nachgegeben. Händler sagten, je näher der Schluss gerückt sei, desto mehr Marktteilnehmer hätten versucht noch auszusteigen.

Der SMI der an der virt-x gehandelten Blue Chips, der zuerst auf 5954,5 gestiegen war, schloss 4,73% tiefer auf 5628,3 Punkten. Das Tief lag bei 5590,0. Vor einer Woche notierte der SMI bei 6255,5 Punkten.

Händler sagten, die Rückeroberung der psychologischen Marke von 6000 Punkten, die am Morgen noch in Griffweite schien, in die Ferne gerückt. Eher sei mit einer Verschiebung der Handelsspanne in Richtung 5200/5600 von 5500/5900 zu rechnen.

Der breite SPI sank 4,34% auf 3903,15 und der SWX New Market Index gab um 3,19% auf 416,9 Punkte nach.

Zweifel wegen US-Börsen

Der weitere Verlauf hänge nun davon ab, wie die bis und mit Freitag geschlossenen US-Aktienbörsen auf die Terrorattacken reagieren werden und ob es zu Vergeltungsmassnahmen durch die USA komme. Der Zuversicht, dass die US-Börsen nicht panisch reagieren würden, hätten im Verlauf mehr und mehr Zweifel Platz gemacht, sagte ein Händler.

Händler seien dazu angehalten worden, ihre Positionen über das Wochenende herunter zu fahren und möglichst keine Risiken einzugehen. «Es gab Gerüchte im Markt, die Desks dürften keine offenen Positionen fahren über das Wochenende», sagte Daniel Byseth von Union Bancaire Privée in Genf.

Zurich vom Plus ins Minus

Im Verlauf seien alle Standardwerte und die meisten Nebenwerte in die Verlustzone gerutscht, sogar Zürich, die über weite Strecken gesucht worden waren. Sie erreichten auf 389,50 ein Tageshoch und fielen dann zum Vortag um 6,11% auf 338 Franken.

Zürich hatte am Vorabend bestätigt, mit der Deutschen Bank über einen Tausch von Scudder gegen Versicherungstöchter der Deutschen zu verhandeln. Händler sagten, diese Bestätigung habe Käufe, darunter wohl einige Deckungskäufe, ausgelöst.

Neben Zürich seien zunächst auch Swiss Re und Rentenanstalt gesucht worden, hiess es. Später litten alle unter Abgaben. Swiss Re fielen um 4,5% und Baloise um 8,4%.

Die Grossbanken hätten die frühen Gewine ebenfalls preisgeben müssen und sich in den allgemeinen Rückzug eingereiht.

Auch Defensive nicht gefragt

Parallel zur zunehmenden Verunsicherung hätten sich die Marktteilnehmer auch mehr und mehr aus den defenisven Werten zurückgezogen. «Man will nichts mehr haben, nicht einmal mehr Nestlé oder Novartis», sagte ein Händler.

Nestlé sanken um 2% und Novartis gar um 4,6%. Beide hatten zunächst noch leichte Gewinne verbucht. Roche fielen um über 4,5%.

Berna Biotech sackten bis auf 331 Fr. ab. Zum Schluss lösten sie sich vom Tief und gingen mit 410 Fr. um 4,65% tiefer aus dem Markt. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass der Hoffnungsträger Nasalflu, der Impfspray gegen Grippe, vom Markt zurückgezogen werde.

Swissair weiter unter Druck

Die Abgaben in Swissair hielten an. Händler sagten, in diesem Umfeld nähmen die Befürchtungen über die Zukunft der Airline zu. Die Aktien sanken 5% auf 58,50 Franken und verharrten damit weiter unter den Nominalwert von 69 Franken.

Händler verwiesen auf die zu erwartende Verschlechterung im Fluggeschäft nach den Anschlägen in den USA. «Swissair hatte schon vorher ein Problem, nun sind sie noch riskanter,» sagte Petra Matt von Rahn & Bodmer.

swissinfo und Agenturen

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